Wirtschaftskrise und ökologischer Green New Deal

Forderung

Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und angesichts des drohenden Klimawandels muss Nachhaltigkeit zum Kompass der Wirtschaftspolitik werden. Die Weltwirtschaft muss durch die Regulierung der Finanzmärkte und die Neuordnung des Internationalen Währungsfonds neu ausgerichtet werden. Deutschland braucht einen ökologischen New Deal, der mit Investitionen in innovative grüne Technologien und in eine nachhaltige Infrastruktur gleichzeitig zu einer Stabilisierung der Konjunktur führt und den Klimaschutz vorantreibt.

Erläuterung

Wirtschaftskrise, Klimakrise, Energiekrise, steigende Rohstoffpreise und eine wachsende soziale Spaltung haben ihre gemeinsame Ursache in der Entfesselung der Märkte. Auf der Jagd nach kurzfristiger Rendite wird dort die Zukunft verspielt und soziale Verantwortung klein geschrieben. Deshalb muss Nachhaltigkeit zum Kompass der Wirtschaftspolitik werden. Das bedeutet auch, dass die Preise endlich die ökologische Wahrheit sagen müssen: derjenige, der die Umwelt belastet, soll auch dafür bezahlen müssen.

Zugleich steuert die Menschheit auf Engpässe in der Bereitstellung wichtiger Ressourcen zu, die für ein menschenwürdiges Leben unverzichtbar sind. Wasser wird knapp, vor allem im Dreieck zwischen Libyen, Sudan und Pakistan; Saudi-Arabien, das Öl-Land Nummer Eins, hat den Höhepunkt in der Förderung des schwarzen Goldes wahrscheinlich schon überschritten; über eine Milliarde Menschen leiden vor allem in Afrika an Hunger und Unterernährung. Bald schon erreichen wir den Höchstpunkt in der Förderung oder Nutzung von Wasser, Öl und Nahrungsmitteln. Die nachholende Industrialisierung und das hohe Bevölkerungswachstum großer Erdregionen befördern die Ressourcenkonflikte. Die Bevölkerungsgröße der sich entwickelnden Länder gibt den bestehenden Problemen dabei eine neue Qualität. Obwohl zum Beispiel ein Chinese im Schnitt nur für die Emission von 3,66 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid verantwortlich ist, während ein US-Bürger auf 19,74 Tonnen kommt, ist das Land bereits heute der größte CO2-Emittent der Welt.

Die Menschheit muss lernen, mit Grenzen und Endlichkeit umzugehen. Die Herausforderung geht weit über die traditionelle Umweltpolitik, über ökologische Industriepolitik, Effizienz und Innovationen hinaus. Unabdingbar ist eine kulturelle Neuorientierung, zu der Suffizienz – Genügsamkeit und Bescheidenheit – und Konsistenz – Systeme und Verfahren, die dauerhaft naturverträglich sind – gehören. Freiheit heißt auch, sich im Interesse künftiger Generationen zu beschränken. Es geht darum, unseren Energie- und Materialverbrauch absolut gesehen deutlich zu senken. Bis 2050 dürfen alle Menschen auf der Welt nur noch 1,4 Tonnen CO2 pro Jahr erzeugen – ein Lebensstil des geringeren Verbrauchs bedeutet dabei nicht zwangsläufig einen Verzicht auf Lebensqualität!

In diesem Zusammenhang ist die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand von großer Bedeutung. Bund, Länder und Gemeinden geben jährlich 300 Milliarden Euro für öffentliche Aufträge aus. Das sind 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Zukünftig sollte die Vergabe öffentlicher Aufträge nicht in erster Linie an den Anbieter mit dem niedrigsten Preis vergeben werden, sondern an Unternehmen, die sowohl ökologisch als auch sozial verträglich produzieren.

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Kommentare:

Ich gebe Arnd Grewer weitgehend Recht. Seine Partei ist anscheinend die
einzige im Bundestag, die die Probleme wenigstens ansatzweise erkannt
hat. Allerdings glaube ich, dass die Entkopplung von Wachstum und
Energieverbrauch auf lange Sicht nicht reicht und wir uns ganz vom Ziel
des Wachstums ganz verabschieden sollten. Schließlich wird bereits heute
genug für alle produziert; es müsste nur gerecht verteilt werden. Auch
die Nachfrage nach Solaranlagen wird irgendwann gesättigt sein. Es
erscheint mir sinnlos, irgend etwas um der Beschäfigung willen zu
produzieren und nicht wegen der Nachfrage. Dazu brauchen wir ein
Umdenken, insbesondere ein neues Verhältnis zur Arbeit.

Dieses können und sollen wir nicht von Politikern erwarten, die gewählt
werden wollen. Man kann von niemandem erwarten, unpopuläre Ideen zu
vertreten und sich dafür abwählen zu lassen. Wenn allerdings Wählerinnen
und Wähler überzeugt sind, können Politikerinnen und Politiker nicht
daran vorbei. Dazu sollten wir aber nicht nur nach unseren Interessen
wählen, sondern nach Überzeugungen. Zukünftige Menschen können bei
unseren heutigen Wahlen nicht mitwählen; sie müssen die Welt so
übernehmen, wie wir sie hinterlassen. Ihre Interessen werden nur dann
berücksichtigt, wenn wir sie uns zu eigen machen.

Dass das rationale Denken durch Emotionen abgelöst werden müsse, sehe
ich nicht. Verschiedene Menschen gehören verschiedenen
religiös/spirituellen Richtungen an, und das wird und soll wohl auch so
bleiben. Die Lösung der kommenden ökologischen Probleme dürfte
viel rationales Denken erfordern. Dagegen ist unsere Welt länst nicht
so rational, wie viele glauben. Was ist denn so rational daran,
konjunkturelle Probleme auf Kosten der Umwelt (insbesondere des Klimas)
durch den Verbrauch begrenzter Rohstoffe zu lösen (oder dies zumindest
zu versuchen)?

apl. Prof. Dr. Reinhard Börger, FernUni, 30.09.2009

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Heute haben wir es nicht mit einer geplatzten Blase an den Finanzmärkten zu tun, sondern mit einer tiefgreifenden Krise unserer Wirtschaftsordnung. Gleichzeitig rasen wir mit hoher Geschwindigkeit in die Klimakrise und verfehlen die Millenniumsziele, also die weltweit vereinbarten Ziele unter anderem zum Abbau von Armut und Hunger. Sicher ist: eine Wirtschaftskrise in der heutigen Form wäre uns erspart geblieben, wenn unsere Wirtschaft weniger mit den Zukunftserwartungen spekuliert und stärker auf einen vernünftigen und schonenden Umgang mit der Umwelt und den vorhandenen Ressourcen gebaut hätte.
Wir müssen jetzt Entscheidungen für die Infrastrukturen der Zukunft, für ökologisches Wirtschaften, für mehr Bildung und für einen erneuerten sozialen Ausgleich treffen. Nur dann hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln nicht bloß einen gigantischen Schuldenberg, sondern auch ein neues Fundament, auf das sie aufbauen können.
Wir wollen einen Grünen Neuen Gesellschaftsvertrag, einen „Green New Deal“ der darauf basiert, nicht auf Kosten anderer zu leben. Er soll ein nachhaltiges Fundament für eine Wirtschaft legen, die sparsamer mit den kostbaren Ressourcen umgeht und neue Arbeit mit Zukunft schafft. Dazu wollen wir kluge Innovationen – nicht nur technologische, sondern auch soziale und kulturelle. Unser neuer Grüne Gesellschaftsvertrag verbindet ökologische Fairness und eine Politik der Teilhabe und der sozialen Sicherheit, die allen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und ihnen neue Chancen der Entfaltung gibt.

Der Klimawandel ist auch eine Frage der Menschenrechte. Wir wollen deshalb, dass bei der Bekämpfung der Erderwärmung die historische Verantwortung der Industrieländer berücksichtigt wird und zudem die unterschiedliche Leistungsfähigkeit einzelner Länder mit einbezogen wird. „Nur“ ein gleiches Pro-Kopf Recht auf Emissionen ist nicht gerecht. Es würde die historische Verantwortung der Industrieländer für den bereits stattfindenden Klimawandel nicht berücksichtigen und die unterschiedliche Leistungsfähigkeit einzelner Länder für den Klimaschutz außer Acht lassen. Wir unterstützen deshalb den Ansatz der „Greenhouse Development Rights“. Dabei werden die Reichen aller Länder in die Reduktionsbemühungen einbezogen, während Menschen, die unter einer bestimmten Wohlstandsgrenze leben, das Recht auf eine nachhaltige Entwicklung zunächst ohne Minderungsverpflichtung haben.

In Deutschland wollen wir über einen Zeitraum von vier Jahren jährlich 20 Mrd. € in die Infrastrukturen und Produkte für morgen investieren. Mit unserem „Green New Deal“ schaffen wir insgesamt 1 Million neue Jobs in den Bereichen Umwelt, Bildung und Soziales. Allein bei den Umwelttechnologien wollen wir in den nächsten vier Jahren 400.000 neue, zukunftsfähige Jobs schaffen. Bis 2030 wollen wir 100 Prozent des Stroms regenerativ erzeugen und bis 2040 soll sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Klimaschutz braucht Investitionen in Erneuerbare Energien und dezentrale Kraftwerke, in neue Energie- und Wärmenetze, in einen Energiesparfonds und bessere Gebäudesanierung, in Schienen und den Nahverkehr, in sparsame Autos und Elektromobilität.

Grundsätzlich gilt: Wer umweltfreundlich produziert, soll weniger bezahlen als jene, die Umwelt und Klima verschmutzen. Dazu müssen umweltschädliche Subventionen abgebaut und umweltfreundliches Verhalten steuerlich belohnt werden. Doch noch immer wird in Deutschland klimaschädliches Verhalten jährlich mit Steuermitteln in Höhe von rund 42 Mrd. Euro belohnt. Wir wollen die von uns begonnene ökologische Finanzreform fortsetzen und z.B. steuerliche Vergünstigungen für die Nutzug atomarer und fossiler Rohstoffe streichen.

Eine notwendige Änderung des Lebensstils muss nicht unbedingt mit Einschränkungen verbunden sein. Schon heute kann man 100% Ökostrom aus der gewohnten Steckdose beziehen. Anders zu leben, zu essen oder zu reisen kann sogar mit einem erheblichen Gewinn an Lebensqualität verbunden sein. Ein attraktives Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln macht z.B. Fahrten zur Arbeit mit dem eigenen PKW überflüssig. Die gewonnene Zeit im Bus oder der Bahn kann man vielfältig nutzen. Eine Umstellung der Ernährung auf regionale und saisonale Produkte bedeutet häufig sogar eine Bereicherung der Speisekarte, genauso wie der Verzicht auf das möglicherweise gewohnte tägliche Stück Fleisch. Kurzstrecken mit dem Flugzeug bringen meist überhaupt keinen Zeitgewinn. Im Gegenteil: Fahrten zum Flughafen, Wartezeiten für das ein- und auschecken machen die Bahn schon heute auf vielen Strecken attraktiver. Die elektrisch betriebene Bahn kann mit Ökostrom ohne Einschränkung klimaneutral fahren. Das Wohnen in einem gut gedämmten Haus spart bares Geld bei den Nebenkosten. Qualitätsprodukte, die länger halten, repariert werden können oder sich mit technischen Neuerungen nachrüsten lassen bedeuten keinen Verzicht, sondern sind tatsächlich ein Gewinn für Umwelt und Geldbeutel.

Nötig ist also kein genereller Konsumverzicht sondern ein bewusster Konsum. Gerade hier ist auch die öffentliche Hand gefordert. Bisher werden sowohl bei der öffentlichen Beschaffung als auch bei der Vergabe ökologische und soziale Kriterien vernachlässigt. Bündnis 90/Die Grünen wollen durch eine an Nachhaltigkeitskriterien orientierte öffentliche Beschaffung die staatliche Nachfrage nutzen, um innovative Produkte schneller einzuführen sowie umweltgerechter, sozialer und fairer zu wirtschaften.

Dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Arnd Grewer
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Arnd Grewer, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, 14.09.2009

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A few weeks ago, we celebrated the 150 anniversary of the finding of oil in Titusville, PA. It would be wonderful if 150 years from the 11th of September, we discovered the real energy to fuel the next economy is in each of us!

Keep up the good work!

Charles

Dr. Charles Savage, KEE International, 12.09.2009

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Schuldzuweisungen, Konjunktive und Egoismus sind vergeudete Zeit
Wir müssen lernen über den Tellerrand hinauszuschauen.
Die Schuld bei anderen zu suchen, bringt uns nicht weiter. Und aufzuzeigen, was alles hätte anders laufen können, wenn wir dieses oder jenes getan oder unterlassen hätten, sind reine Gedankenspiele und wir können niemals sagen, ob es letztendlich ‚besser‘ geworden wäre oder später dann doch nicht so gekommen wäre.

Die Frage wurde gestellt: ‚Warum konnte dies oder jenes geschehen?‘
Meine Antwort lautet: ,Weil wir es ALLE dazu haben kommen lassen.‘
Auch wenn diese Antwort schwer zu verstehen, geschweige denn zu verdauen ist.

Mit ALLE ist wirklich jeder Einzelne gemeint – WIR als kollektive Masse.

Eine Krise – ein Wendepunkt
Wir stehen an einem Wendepunkt, der sich durch die Krise in den verschiedensten Bereichen nun im Außen zeigt.
Wer kennt das nicht: Wenn es uns gut geht, ändern wir nichts im Leben. Aber geschieht etwas unvorhergesehenes, dann werden wir wach geschüttelt und müssen unseren bisherigen Lebensumstände überdenken.
Krisen sind da, um uns die Möglichkeit zu geben aufzuwachen, um bewusst zu werden, um neue Wege zu finden. Damit ist nicht gemeint, dass Krisen unbedingt notwendig sind. Wenn wir wach genug sind - immer, in jedem Augenblick – würden diese nicht benötigt!

Eine Möglichkeit zur Lösung – was können wir tun?
Wie können wir aber nun mit der Situation umgehen?
Werner Fieder hat es mit anderen Worten gesagt: Jeder Einzelne von uns ist aufgefordert, eigenverantwortlich zu handeln! Wenn wir weiterhin unsere eigene Verantwortung an andere abgeben, werden wir immer fremdbestimmt sein! Wenn der Arzt uns heilen, die Politiker uns retten sollen, … dann gibt es auch immer Leute, denen wir die Schuld geben können, wenn etwas anders geschieht, als wir es uns gedacht haben.
Was aber passiert, wenn selber ein Vorreiter zu sein und etwas auszusprechen, was von der Mehrheit nicht gehört werden will (oder kann)? Es ist natürlich erst einmal ungewohnt, braucht Mut und man kann auf einmal selber schnell ins Kreuzfeuer genommen werden.

Bewusstwerdung
Deshalb geht es zum einen darum, genau das zu tun: Selbstverantwortung für alles was wir tun zu übernehmen und nicht die Schuld bei den anderen suchen, sondern schauen, was wir selber dazu beitragen können an Dingen, die wir wollen, dass sie andere für uns tun.
Zum anderen geht es darum neue Wege und Ideen LAUT auszusprechen. Dies allerdings ohne egoistisch zu werden, sondern mit der Offenheit andere Möglichkeiten, Ideen und Ansätze zuzulassen – jeden zu respektieren, auch wenn die Meinung nicht der eigenen entspricht. Es geht nicht darum die eigenen Meinung durchzusetzen, um Recht zu haben, sondern um Bewusstwerdung. Es geht um etwas Größeres, was alle beteiligten Personen betrifft und nicht um die eigene (kleine ;-)) Persönlichkeit, die wir oft so hochhängen.

Eine neue Form der Gemeinschaft
Jeder Mensch besitzt einen unschätzbaren Wert für die jeweils anderen (an Wissen, Erfahrungen, Kontakte, Methoden … ). Es gilt darum, sich zusammen zu setzen, Wissen zusammenzuwerfen und GEMEINSAM neue Lösungen zu finden.

Einstein hat es schon gesagt:
Ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist.

Neue Ebenen können erreicht werden, in dem wir ALLE unsere Werte (s.o.) den anderen zur Verfügung stellen und einen kreativen neuen Raum schaffen, den wir jetzt noch nicht kennen können, weil wir diesen Raum gerade erst schaffen.

Im Einklang mit der Natur = lebensfördernd = nachhaltig
Wenn wir selbstverantwortlich handeln, werden wir automatisch im Einklang mit der Natur sein und dementsprechend handeln. Dann werden wir ganz selbstverständlich die Grenzen der Natur berücksichtigen und keinen Raubbau (Ausbeutung der Ressourcen) betreiben.

Es entstehen neue Gemeinschaften die Permakultur (=kreative Gestaltungs- und Designstrategie in der Landwirtschaft) betreiben.
Es entstehen neue Netzwerke, neue Plattformen des Zusammenkommens und Austauschens (auch durch das Internet)
Es entsteht ein Umdenkungsprozess: eine Kultur kann nur bestehen, wenn sie auf einer lebensfördernden Basis aufbaut – Verstand folgt dem Herzen

Tolle Beiträge
Carla Kleinjohann und viele andere haben tolle Beiträge gebracht. Es ist viel Text, ich habe nach unten hin nur noch überfolgen, aber las von Ken Wilber mit seinem Integralen Ansatz, von der Wichtigkeit der Kommunikation, von Spiritualität, vom Jetzt aktiv werden und handeln statt reden ...
… und ich stimme allem Aufgezählten nur und finde, wir haben das alle hier schon gut hinbekommen!
Es bewegt sich viel und nur eines noch zum Schluss:

Transparente Kommunikation und Kollektive Intelligenz
Wichtig ist die Motivation anzuschauen hinter allem, was wir tun. Offene und ehrliche Kommunikation ist gut, aber ist uns bewusst, von welchem Punkt aus wir sprechen und handeln (alte Verhaltensmuster)? Und machen wir unser Umfeld, unser Gegenüber auch darauf aufmerksam, wenn wir das feststellen können?

Transparente Kommunikation (eine Praxis, die Übung bedarf und uns helfen kann) heißt, HINTER das zu schauen, was gesagt wird.
Sagen wir JA oder meinen wir es auch so?

Kollektive Intelligenz
Think Tanks (=die Kraft und das Wissen der Gesamtheit nutzen - Power and Knowledge of All for All) wurden angesprochen. UND es geht darüber hinaus.
Es geht um Wissen, was wir JETZT als Kollektiv noch nicht haben und was sich aus einer spirituellen Praxis ergibt. Ein Feld von ungeahnten Möglichkeiten, was sich uns erschließt, wenn wir dem Raum geben.

Geduld, Mitgefühl und die positive Einstellung
Und es braucht Geduld: Uns muss bewusst sein, dass es Zeit braucht, bis sich etwas manifestiert. Eine Gewohnheit wird nicht zur Gewohnheit beim ersten Mal und eine ‚schlechte‘ Gewohnheit braucht noch mehr Zeit um zu gehen (Wer schon mal mit dem Rauchen aufgehört hat oder damit weniger Schokolade zu essen und sich gesünder zu ernähren, weiß sicher wovon ich spreche? ;-))

In diesem Sinne freue ich mich auf heute!

Herzliche Grüße,
Kathrin Galm


Kathrin Galm, Living TransVision, Living TransVision, 11.09.2009

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Warum konnte die Finanzkrise die gesamte Welt ergreifen?
Warum konnte sie eine derartige Größenordnung annehemen?
Warum hatte sie ihren Ursprung in den USA und nicht etwa in Österreich?

Antwort: weil die Welt den US-Dollar als ihre vorrangige Welthandels- und Reservewährung nutzt.

Die Entwicklung des US-Dollar zur Weltleitwährung festigte die Position der USA als Supermacht und hat die Welt in einer Weise geprägt, wie es nur wenige historische Ereignisse vermögen; Marshallplan, Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg, Wirtschaftswunder, Mondfahrtprogramm, Kalter Krieg, Vietnamkrieg, Ölkrise, Irakkrieg, Globalisierung und vieles andere mehr – etwa der Klimawandel – wären ohne den US-Dollar als Weltleitwährung anders verlaufen.

Sowohl die UN-Expertenkommission unter der Leitung von Joseph Stiglitz, als auch die BRIC-Länder fordern daher, den US-Dollar durch eine außernationalale Währung zu ersetzen.


Georg Zoche, Vereinte Transnationale Republiken, 10.09.2009

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Lobbyisten - die Pseudounabhängigkeit der Politik und Umweltverbände, Geld regiert die Welt. Ich stimme Frau Aida Infante von der Umwelt Rundschau voll zu. So lange die Politik und selbst Umweltverbände sich durch Lobbyisten beeinflussen und durch ökonomische Rahmenbedingungen steuern lassen, sind die erkannten und notwendigen Veränderungen zum Scheitern verurteilt.

Was wir brauchen sind die Aufrechten mit Mut auch zu unpopulären Entscheidungen. Menschen die nicht nach dem Mund reden sondern sich der Realität stellen und handlungswillig sind.

Werner Fieder, BellandTechnology GmbH

Werner Fieder, BellandTechnology GmbH, 10.09.2009

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"Die Menschheit muss lernen, mit Grenzen und Endlichkeit umzugehen." lautet die forderung dieser Tagung. Ich meine dass die Innovationen und auch die geforderte kulturelle Neuorientierungoft zur Problemlösung zu kurz greifen.
Ich halte eine Überarbeitung der Prinzipien und Methoden aller unser Wissenschaftsdisziplinen - mit diesen arbeitet ja auch der Green New Deal- in einem ganzheitlichen Sinn. Um wirklich ganzheitlich zu wirtschaften und zu forschen muss unser Welt- und Naturverständnis vom üblichen Kausaldenken teilweise abschiednehmen. Oft denken auch ökologisch orienierte Engagierte nicht wirklich in solche umfassenden Kategorien. Ich halte eine einseitig auf Verzicht orientierte Politik nicht für hilfreich. Die kluge Integration von spirituellen Perspektiven auf die Wissenschaft ist hoffentlich der wahrhaft dritte Weg zwischen "Zurück zur Natur" und "Forschritt ist alles.

Jochen Büchel, Zukunftsforscher, 10.09.2009

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Barnhouse Naturprodukte wurde vor 30 Jahren mit dem Ziel gegründet, den vergessenen biologischen Landbau wieder zu beleben. Mittel war die Idee, über ein schmackhaftes Produkt mit 100% biologischen erzeugten Zutaten den Absatz zu fördern. Daraus entstand die auch heute noch zu 100% nur biologische Rohstoffe verarbeitende Barnhouse Kruncherei - eine der weltweit modernsten Industriebackanlagen für Öko-Knuspermüsli, mit ca 50 Vollzeit-Mitarbeitern. Trotz schwierigster Umstände: niemand kannte Krunchy/Knuspermüsli in Deutschland, der Markt waren ca 150 Bioläden zwischen 5-50qm, und wir, Neil Reen aus London, Zoologe und Stahlverkäufer, und Sina Nagl, Anwaltsgehilfin aus einem kleinen Dorf bei München, ausgestattet mit 6.000 DM Ersparnissen, hatten keine Erfahrung in Produktion oder Management.

Barnhouse ist heute die No 1 für Öko-Knuspermüsli und liefert in ca 20 Länder.

Wir nutzen unsere Dachflächen für Photovoltaikanlagen, heizen mit Solar, und arbeiten daran, komplett CO2frei zu produzieren. Wir erproben neue Wege in der Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Unser Hautpzweck ist jedoch immer noch, so viele Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau wie möglich vearbieten zu können, damit das Umdenken, das in der Politik, Wirtschaft und auf dem Acker begonnen hat, mit Schwung weitergeführt wird.
Nachhaltigkeit hat viel mit WOLLEN zu tun - für uns ist es eine hervorragende Alternative, unser Leben befriedigend und nutzbringen zu gestalten.
Sina Nagl, Neil Reen, geschäftsführende Gesellschafter, Barnhouse Naturprodukte GmbH, www.barnhouse.de

Sina Nagl, Barnhouse Naturprodukte GmbH, 10.09.2009

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Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich meinen EVplus - mein erstes Elektroauto - in Los Angeles bekam. Es begann als Pilotprojet 1997. Ich holte meine Tochter von der Schule ab und wir gingen Eis essen. Bei der Rückfahrt fiel mir auf, dass es nur ein einziges Geräusch gab, dass ich in diesem Auto hörte: Das Eisschlecken meiner Tochter. Ich fuhr wie auf Watte - und doch schnell. Es war still - und doch kraftvoll. Seitdem bin ich ein großer Elektroauto-Fan.
Als ich den EVPlus zurückgeben mußte, fühlte es sich an, als ob ich eine große Liebe aufgeben würde. Der EVPlus war weiß Gott kein schönes Auto. Äußerlich eher langweilig. Aber es hatte wahre Qualitäten ... wie jede anständige Liebesbeziehung. Stellen Sie sich Straßenkreuzungen vor, an denen Menschen leichter leben können, weil es still ist; Häuser an Autobahnen, die keine Schallschutzfenster brauchen. Die einzige Lärmnbelästigung wäre ein zu lautes Radio... was für ein herrlicher Zustand! Ich freue mich darauf!

Sabrina Fox, 09.09.2009

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Der (big) Green New Deal ist die Top Down Vision. Viele kleine und große "Green Deals" brauchen wir - eine Bottom Up Strategie könnte sein:

1. Jedes Individuum kann ihn "machen",
2. Jede persönliche Investition, Anlage in nachhaltige Technologien, und
3. Jede CO2 neutrale bzw. reduzierende Aktivität, Entscheidung ( Wirtschaften, Leben ),

wird durch Zertifikate honoriert. (Börsenplatz mit minimaler staatl. Verwaltung)


Nicht der shareholdergetriebene Mensch als Aktie ( Ökonomie only ) zählt, sondern das Individuum mit Entscheidungen für ein möglichst CO2- ( plus Ökologie ) neutralen Leben, Wirtschaften wir zum Leitbild/Maßstab.

Jörg Singer, convireo gmbh, 09.09.2009

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Nach dem ausführlichen Studium der Kommentare dieser Rubrik, möchte ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, das Wort ‚Herz‘ zweimal entdeckt zu haben. Genau darum geht es nämlich, wenn wir das Thema Nachhaltigkeit erst meinen.

Sie wollen jetzt lieber aufhören weiter zu lesen…? Ja, ich meine Sie. Sie sind gerade dabei, eine nachhaltige Entscheidung zu treffen. Aber das wissen Sie ja. ..- Das ‚Herz ist leise‘.

Den Satz hab ich in meiner ersten Coaching Ausbildung gelernt, und er begleitet mich bis heute. Nicht nur in den Unternehmensetagen, aber da ganz oft. Zweifel, Angst, Beschuldigungen, Rechtfertigungen und Druck buhlen lautstark um Aufmerksamkeit und verfehlen ihre Wirkung nicht. Das Herz aber ist leise. Darum ist das Wahrnehmen so wichtig.

Nachhaltigkeit geht uns alle an. Wir haben den Schlüssel dazu.
Die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit den immer knapper werdenden Ressourcen der Erde zwingt uns zu einem tiefgreifenden Wandel unserer Haltung und Lebensweise, damit das 21. Jahrhundert verantwortungsvoller, gerechter und menschlicher wird.

Nachhaltigkeit bietet uns Orientierung für die Zukunft. Dazu braucht es Mut zum Träumen und die Fähigkeit, Perspektivwechsel zuzulassen. Genau das allerdings ist der Kasus knacktus. Träumen passt nicht ins Geschäft. Und in Zeiten wie dieser, in der Zahlen (Messbares) noch stärker als sonst als Erfolgskriterium und – indikator herangezogen werden, werden stattdessen lieber die Gürtel enger geschnallt, Mitarbeiter härter an die Kandarre genommen…die Zähne zusammengebissen. Die Angst lässt grüßen. Sie macht einen fabelhaften Job.

Wie von da also in neue Möglichkeiten, in neues Fahrwasser kommen? Zugegeben, kein leichtes Unterfangen. Am ehesten gelingt es denjenigen, die sich nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken lassen, Haltung bewahren, sich ihrer Werte und Fähigkeiten besinnen und MIT der Veränderung gehen, statt gegen sie anzukämpfen.

Neuland erfordert neues Vorgehen
Den Mut zu haben, sich auf Neues einzulassen, bedeutet gleichzeitig, sich von Altem, von Bekanntem zu verabschieden und bereit zu sein, seine Vorstellungen über altbewährte Methoden, Strategien und Vorgehensweisen aufzugeben. Wer Neues stets am Alten misst, läßt nur vermeintlich Neues zu. Dererlei Vergleiche begrenzen und lassen Unmögliches nicht möglich werden. Neuland zu betreten, braucht Mut - kraftvolle Visionen – und eine nachhaltige Unternehmensführung mit klarer Haltung und Mut zur Selbstreflexion, die

 Rahmenbedingungen für selbstverantwortliches Handeln schafft
 Werte klar und eindeutig definiert UND kommuniziert
 und sie konsequent umsetzt und lebt!

Glaubwürdige Kommunikation
Kommunikation spielt in Zeiten des Wandels eine Schlüsselrolle. Die Art und Weise der Kommunikation und der Umgangs miteinander – kurzum Mitmenschlichkeit und die Größe der Beziehungs¬ebene - bestimmen das, was Menschen gemeinsam erreichen können.

Damit Menschen erkennen, was auf dem Spiel steht und bereit sind, Ihr Verhalten tatsächlich zu ändern und wieder Eigenverantwortung zu übernehmen, bedarf es der Wiederherstellung des Vertrauens in die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist eine offene und ehrliche Kommunikations- und Informationspolitik sowie ein deutliches Commitment dazu.

Krisen sind Chancen zur Veränderung, wenn sie als solche wahrgenommen werden. Entscheidend ist die Einsicht über die notwendige Abkehr von der Denkweise des linearen Fortschritts, dem Paradigma des „höher-schneller-weiter“ und dem damit einhergehenden globalen, profitorientierten Wahn. Notwendiger denn je ist ein grundlegender Wandel unserer Wahrnehmung, unseres Weltbildes UND unseres Menschenbilds – hin zu einer ausgeprägteren kooperativen, partnerschaftlichen und ganzheitlichen Sichtweise. Es geht um das Integrieren von Werten, die im Kampf um Wettbewerbsvorteile und vermeintlichen Fortschritt auf der Strecke geblieben sind, um jene Werte also, die wir aus Vernunftsgründen verbannt, ja weitestgehend eliminiert haben. In erster Linie geht es also um unsere eigene Verantwortung, um das sich selbst neu in Beziehung setzen zu dem Leben um uns herum, um das Wachsen in dieser Beziehung – was zu Innovation und Fortschritt führt.

Nachhaltig heißt spirituell
Das Fundament für nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist für mich deshalb auch die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn des Lebens, des Seins – eng verbunden ist damit unsere ökologischen Einstellung zur Erde: Ob Mensch, Tier, Blume oder jedewede andere Ressource - all das ist Teil einer großen Einheit. Wer diesen Gedanken der gegenseitigen Verbundenheit für sich bejaht, für den beginnt sich jegliche Dualität aufzulösen – und damit die Bewertung in gut und schlecht. Wir beginnen allmählich, das Gefühl der Getrenntheit, das unser Leben vorwiegend bestimmt – aufzulösen und ganzheitlich wahrzunehmen. Damit übernehmen wir Verantwortung für das eigene Leben, für das der anderen und letztendlich auch für das der Erde.

Soll nachhaltige Entwicklung mehr als eine bloße Worthülse sein, muss die wirtschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung stärker als bisher Grundlage des Handelns sein. Es braucht den Mut zu ‚neuem Denken, Lernen und Handeln’. Und zwar in dem Maße, dass sich unser Denken und Wahrnehmungsvermögen weiter mit der „spirituellen Seite“ in uns verbindet. Die bewusste Ausrichtung auf mehr Menschlichkeit und ein gemeinsames Wachstum - der Dialog und respektvolle Austausch mit dem Anderen sowie die Akzeptanz seines Anderssein und persönlichen Erfahrungsprozesses gehören dazu.

Dann erst erzeugt nachhaltiges Wirtschaften Vertrauen und Authentizität, führt zu einer wertschätzenden Unternehmensführung, einer neuen Qualität des Umgangs in Unternehmen und darüberhinaus – und erreicht damit langfristig auch eine neue Qualität der Kommunikation.


Carla Kleinjohann, Agentur für Kommunikation & nachhaltige Entwicklung, München - 8. Sept.2009


Carla Kleinjohann, Agentur für Kommunikation & nachhaltige Entwicklung, 09.09.2009

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Eine gute Zeit für einen Wandel

Unser System ist instabil geworden, und das an sich ist ein gutes Zeichen. Denn nur wenn Systeme instabil werden, kann sich ein neues System etablieren. Und genau das brauchen wir jetzt.
Es ist spannend, gerade in dieser Zeit an diesem Suchprozess nach etwas Neuem teilzuhaben. Dass diese Prozesse chaotisch sind, liegt in der Natur der Dinge. Die Ressource, auf die wir jetzt zugreifen können und müssen, ist die Kreativität!

Wir wissen sehr genau, was wir nicht mehr wollen. Aber wir wissen nicht genau, wie wir es anders wollen.

Was wir brauchen, sind Visionen der Welt, wie wir sie uns wünschen. Wie wir leben und arbeiten wollen. Auch wir sind ein Teil der Natur. Die Frage ist nur, wie wollen wir unseren Teil gestalten? Wollen wir ihn so gestalten, dass wir im Einklang mit den anderen Lebewesen leben, vielleicht sogar nützlich für sie werden können?
Eine nachhaltige menschliche Gemeinschaft müssen wir nicht neu erfinden, wir können sie nach dem Vorbild der Ökosysteme der Natur nachbilden.
Die Kreislaufwirtschaft ist eine essentielle Form, wie Natursysteme funktionieren. Materie bewegt sich in Zyklen durch das Netz des Lebens. Lösen wir diesen Hauptkonflikt zwischen Ökonomie (lineare Produktion oder Downcycling von Stoffen) und Ökologie (Abfall = Nahrung für eine andere Art, alle Stoffe werden in gleicher Qualität wieder zur Verfügung gestellt) z.B. mit Industrie-Clustern, in denen einer das weiterverwendet, was der andere nicht mehr braucht, so haben wir einen riesigen Schritt vorwärts gemacht.

Prof. Michael Braungart und William McDonough haben gemeinsam eine kraftvolle Vision formuliert: Cradle to Cradle. Das bedeutet von der Wiege zur Wiege im Gegensatz zu unserem industriellen Einbahnsystem Produzieren-Konsumieren-Wegwerfen = von der Wiege zur Bahre.

Cradle to Cradle bedeutet:
Abfall = Nahrung
Alle Energie aus der Sonne
Die Vielfalt feiern

Wenn alles, was wir erzeugen und verbrauchen, entweder in einem geschlossenen, technischen Kreislauf verbleibt oder in einem zweiten, biologischen Kreislauf kompostiert wird, um so wieder Nahrung für andere Lebewesen zu sein, gibt es keinen Abfall mehr und keine Ressourcenverknappung.

Das Beste an dieser Vision ist – sie ist bereits Realität!
Viele Unternehmen der Cradle to Cradle Community arbeiten bereits nach Prinzipien der Öko-Effektivität – naturfreundlich und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich.
Das Designprinzip Cradle to Cradle hat das Potenzial, eine neue industrielle Revolution anzustoßen. Diese Vision gibt uns die Möglichkeit, kreativ zu werden. Und genau darauf kommt es jetzt an. Dass wir zusammen gestalten - und dabei sehen wir besonders die Menschen in wirtschaftlicher Verantwortung an, die die Möglichkeit zum Gestalten haben.
Die Niederlande sind uns da bereits weit voraus, hier sind sogar die ersten Cradle to Cradle Stadtteile und Regionen im Entstehen. Auch hat die niederländische Regierung beschlossen, den gesamten öffentlichen Einkauf ab 2012 an C2C Kriterien auszurichten. Das könnten wir doch auch?
Wir können kreativ neu gestalten. Produkte und Systeme entwickeln, die Leben bereichern statt es zu zerstören. Wir Menschen müssen uns dann nicht mehr als Schädlinge definieren, sondern können uns als Partner der Natur verstehen.
Wir produzieren Nährstoffe, keinen Abfall. Unsere Gebäude bieten mehr Wohnraum für andere Lebewesen als vorher. Durch unsere Tätigkeiten wird fruchtbarer Boden aufgebaut, statt abgebaut. Durch unser Leben bereichern wir das von Anderen, so wie es die anderen Lebewesen auf diesem Planeten tun.

Das ist die Philosophie von Cradle to Cradle – und aus dieser Vision wird schon an vielen Stellen der Welt Realität .
Sie sind Menschen, die Visionen in die Realität bringen können. Die Frage ist – welchen Traum träumen Sie?

Dr. Sonja Eser, SinnenWandel,
Ingrid Stehle, eastwick connecting people and ideas


Dr. Sonja Eser, SinnenWandel & Ingrid Stehle, eastwick connecting people and ideas, 07.09.2009

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Ein nationales Netzwerk aus zahlreichen Corporate Think Tanks: die Kraft und das Wissen der Gesamtheit nutzen - Power and Knowledge of All for All

Für die Umsetzung eines New Deals benötigt es viele aktive Mitgestalter aus allen Teilen der Gesellschaft.
Die Wirtschaft als Teilhaber an der aktuellen Situation sollte sich als Treiber und aktiver Mitgestalter einer neuen Realität verstehen.
Ein Verständnis seitens der Wirtschaft sich als verantwortlicher Teilhaber und aktiver Mitgestalter zu sehen, ist unseres Erachtens nach zurzeit noch nicht wirklich zu sehen. Es wird an alten Mustern und Wirtschafts-/Verhaltensweisen festgehalten, bis der Punkt der Umkehr überschritten ist. Dabei müssten ALLE Kräfte in eine Neugestaltung investiert werden.

Unseres Erachtens ist eine der großen Fragen für einen notwendigen Wandel: wie können Wirtschaftsunternehmen inspiriert, motiviert und vor allem aktiviert werden, die sich neuen entwickelnden Rahmenbedingungen als Chance und nicht als Bedrohung zu sehen?

Es muss eine Plattform her, die vom Staat unterstützt wird. In einer Form, die es für Unternehmen attraktiv macht, dabei zu sein; nach dem Motto: wer hier nicht dabei ist, der verpasst den Zug in eine nachhaltige Zukunft. Wir brauchen praktische Lösungen und Tools, die den Wandel unterstützen, tragen und beschleunigen!

Um dies möglich zu machen, muss Raum und Zeit geschaffen werden, um neue Ideen zu entwickeln: jedes Unternehmen, ob Kleinunternehmen, Mittelstand oder Global Player sollte einen internen Think Tank für Zukunftsfähigkeit einrichten, bestehend aus Mitarbeitern, Geschäftspartnern und anderen Experten; ausgestattet mit Zeit, Budget, einem „Freifahrtsschein“ für die Entwicklung ganz neuer Ansätze (man kann hier nicht weit genug denken) sowie der „Rückendeckung“ durch die Geschäftsführung.
Das Modell eines Think Tanks könnte durch die Politik in verschiedensten Formen incentiviert werden: In Form von Steuerbegünstigungen, mit der kostenlosen Nutzung eines Expertenpools, auf die alle Think Tanks bei Bedarf zurückgreifen können usw. Nachhaltigkeit muss attraktiv werden, um unserer kurzfristigen Denke entgegen zu wirken und glaubwürdig umgesetzt werden zu können.

Ein nationales Netzwerk aus Corporate Think Tanks: Inspiration – Wissenstransfer – Austausch - Empowerment
Auch die Zusammenführung aller existierenden Think Tanks auf nationaler Ebene in Form eines Netzwerks macht Sinn, um Ideen und Know-How-Transfer breiter zu streuen und einen aktiven Austausch zu fördern.
Hierfür könnte es eine Webplattform geben sowie regelmäßige regionale Konferenzen, wo sich die zahlreichen Think Tanks austauschen und voneinander lernen – ohne Konkurrenzdenken – gemeinsam für eine neue Zukunft – denn für eine nachhaltige Zukunft wird es nur ein Miteinander geben, kein Gegeneinander.

Diese nationale Initiative für eine zukunftsfähige Wirtschaft könnte beispielsweise unter der Schirmherrschaft des Rates für Nachhaltige Entwicklung stehen. Die Initiative trägt einen Namen, der noch gefunden werden muss und Unternehmen können ihr aktiv beitreten und sich so als aktiver Treiber und Mitgestalter einbringen.

Die Formulierung eines gemeinsamen Ziels der Wirtschaft, welches auf einem menschlichen Leitbild basiert, könnte die Basis und der Beginn für einen wirklichen ernst gemeinten Veränderungsprozess sein. So werden dann die dringend notwendigen umweltfreundlichen Innovationen in dem Ausmaß möglich, in dem wir diese für eine gemeinsame Zukunft benötigen.

Claudia Seehusen & Barbara Schreiber, MAKING SENSE - Beratung für CSR und Nachhaltigkeit


Claudia Seehusen, Making Sense, 01.09.2009

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Finanz-, Wirtschafts- und Umweltkrise hängen ursächlich zusammen. Allein der Begriff "Wachstum" suggeriert, dass es der Menschheit ausschließlich darum geht, immer höhere Gewinne zu erzielen. Stattdessen kann Nachhaltigkeit auch bedeuten, dass wir Verzicht leisten müssen. Z.B. bei der Verkehrsvermeidung und dem ungezügelten Konsum zum Teil völlig unsinniger Dinge.

Die Konsequenz der aktuellen Krisen ist für mich klar: Ich hinterfrage mein Tun ständig nach seinen Folgen für Umwelt und Natur.

Rainer Bohnet, VCD-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V., 29.08.2009

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1. New Deal ist Enlisch und sollte nicht verwendet werden. Deal ist umgangsstrachlich ein Ganovenausdruck. Pfui zur Verwendung dieses Begriffes, stößt mich ab. Finde ich wiederlich.
2. Gemeinsame Ursache der 4 Krisenb sehe ich überhaupt nicht, Klimakrise und Energiekrise haben jeweils ganz andere Ursachen als Finanz-/Wirtschaftskrise und Sozialkrise.
3. Die Wirtschaftskrise ist keine Konjunktur(-krise), sondern eine Strukturkrise, deshalb sind Konjunkturprogramme, die die Strukturen nicht verändern, falsch und wirkungslos.
4. Sonst Analyse und Forderung richtig, mir fehlen allerdings Forderungen zur Regulierung der Finanzmärkte, Tobin-Steuer und Banken-Steuern zur Finanzierung der Krise, die durch die Spekulationen der Banken verursacht wurden.

Dipl.-Volksw. Ludwig Hoerner, Grünes Geld & Grüner Strom, 28.08.2009

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Zwei Kommentare:
1)Ich beziehe mich auf den Beitrag von Bürgermeister Harald Birkenkamp, Stadt Ratingen

Zitat Birkenkamp: „Ich würde es begrüßen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen würden, die es bei Auftragsvergaben ermöglichen, die Anbieter zu berücksichtigen, die sowohl ökologisch als auch sozial verträglich produzieren und wirtschaften. Ich halte es für richtig, nicht nur auf den niedrigsten Angebotspreis zu schauen, sondern auch die in einem globalen Zusammenhang entstehenden Folgekosten bei der Entscheidung über einen Auftrag zu berücksichtigen.“

Wenn Bürgermeister Birkenkamp im Angebotsvergleich die Folgekosten für die Umwelt annähernd beziffern könnte, käme er nicht in die Zwickmühle, sich zwischen sparsamen Umgang mit Steuergeldern und nachhaltigem Handeln entscheiden zu müssen. Denn dann könnte er vorrechnen, welche versteckten Kosten die öffentliche Hand / der Steuerzahler zusätzlich decken muss. Deswegen denke ich, dass ein „Prüftool“, das einen solchen Preisvergleich ermöglicht, hilfreich wäre - ganz ähnlich dem Virtual Water Modell, das J.A. Allan vom Kings College und das Unesco Institute for Water Education entwickelt haben.

Die Forderung an die Bundesregierung wäre, den Auftrag zu vergeben, ein solches Modell zu entwickeln und es der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

2) Wege zur Umsetzung?
Die Forderungen an die Politik in Sachen Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit sind prinzipiell seit den „Grenzen des Wachstums“ (1972) bekannt. Dennoch erleben wir seither immer wieder, dass die Umsetzung von als notwendig erkannten Maßnahmen an kurzsichtiger „Wahlpolitik“ und der Übermacht von Lobbies scheitert. Neben der Anstrengung, Maßnahmenpakete zu schnüren und der neuen Bundesregierung vorzulegen, sollten Überlegungen angestellt werden, wie diese dann auch nachhaltiger in der Politik umgesetzt werden können als bisher.

Die Frage ist: Wie können wir Politiker darin stärken, nicht den eigenen kurzfristen Erfolg oder den von Lobbyisten sondern das Allgemeinwohl im Auge zu haben und zu verfolgen?

Dr. Karin Steinhage, Inspirative Communication, Hamburg


Dr. Karin Steinhage, Inspirative Communication, 28.08.2009

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Nachhaltig denken und fühlen = Nachhaltig Handeln

Unternehmer übernehmen eine wichtige Verantwortung, mit Ihrer Aufgabe. Die wenigsten Unternehmer sind sich dessen bewusst. Der materielle Erfolg ist wirklich wichtig. Zum ganzheitlichen nachhaltig erfolgreichen Unternehmertum gehört mehr. Nachhaltig wirtschaften bedeutet Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen, um den ganzheitlichen Ansatz in der Unternehmenskultur zu verankern. Ein achtsamer Umgang mit den Resorcen Mitarbeiter sind für mich selbstverständlich. Ein weiterer wichtiger Beitrag ist die Emissionsvermeidung.Wichtig ist, dass der Grundsatz des Handelns ZUM WOHLE ALLER in Unternehmenskulturen eine Basis bilden.

Unser Leben unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Resonanz. Wenn wir uns eine gesunde Welt vorstellen und danach handeln, ziehen wir eine gesunde Welt an. Wir entscheiden und haben die Verantwortung mit unserem Geist, über das was wir ernten! Eine kranke , gewinnsüchtige,lebensfeindliche Welt oder eine gesunde Welt und Fülle für alle gepaart mit ethischen Verhalten.


Bislang stellen Unternehmen und Konzerne Bilanzen auf, die auf Zahlen, Fakten und Daten basieren. Was wäre, wenn auch ethische Werte in der Bilanz aufgeführt würden? Fragen wie: Was hat der Konzern, das Unternehmen für die Mitarbeiter getan.Wie hoch ist der Anteil vom Gewinn der investiert wird in ganzheitlichen und nachhaltigen Seminaren? Welche Maßnahmen werden durchgeführt um eine gesunde und vitale Bürowelt zu erschaffen? Wo werden Produkte mit welchen Löhnen gefertigt? Sind die Produkte fair verhandelt und eingekauft?
Wie ehrlich und aufrichtig wird mit den Mitarbeitern und den Lieferanten kommuniziert? Werden die Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen, Herz gelebt? Werden Absprachen und Vereinbarungen nachhaltig eingehalten? Was wird getan, um den CO2 Ausstoß zu verringern? Werden gesunde Bio-Produkte aus nachhaltigem Anbau in einem Casino verarbeitet?
Diese Bilanzen wären ganzheitlich zum Wohle aller.
.Somit übernimmt der Konzern, das Unternehmen Verantwortung zum Wohle aller.Wenn er es mag.Der Mitarbeiter übernimmt die Verantwortung für wen er arbeitet und für was er einsteht.

Jetzt und Nachhaltig.

Thomas-Michael Baggeler, CLEAN SERVICEPOWER GmbH, 28.08.2009

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Eine angestrengte Preis- und Strafaktion gegen die Tanker dieser Welt führt leider nicht zur Lösung. Die Umweltpolitik wird auch durch entsprechende Katastrophenszenarien nicht erfolgreicher sein. Stattdessen würden - wie in der Pädagogik - positive Anreize und Best Practice-Strategien zum Erfolg führen.

Warum keine konzertierte Aktion für das 2-Liter Öko-Mobil made in Germany, als echtes Kooperationsprodukt der fähigsten Tüftler der Republik, unter Beteiligung aller großen Firmen und etlicher freier Aktivisten? Ein Good-Will-Projekt fürs Image, das Leistungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ökologisches Know-How gleichermaßen beweist?

Oder die autofreie Innenstadt, als Wettbewerb der Regionen? Die Optimierung der öffentlichen Verkehrsnetze, mit technisch längst möglicher Vorrangschaltung (wie in Freiburg, man vergleiche mal mit Köln)? Warum nicht Wettbewerbe um die meisten Bäume, die schönsten Plätze, die besten Schulen oder die beste Gesundheitsvorsorge? Und ein echtes Arbeits- und Innovationsprogramm für Wärmedämmung, geklotzt statt gekleckert?

Natürlich gehört dazu eine kulturelle Neuorientierung. Viel wichtiger als das neudeutsche Modewort "Regulierung" (Worten, die plötzlich viel zirkulieren, sollte man misstrauen) erscheint mir, den Unternehmen zu helfen, CSR weiterzuentwickeln, vom blassen Imageprogramm zu einer echten Neuausrichtung, wie dies in den Sozialunternehmen der Prägung von Muhammad Yunus vorbildlich praktiziert wird - nicht nur in seinem Heimatland Bangladesch.

Hilfreich ist natürlich auch, dem eine verlässliche ökologische und soziale Zertifizierung durch unabhängige Institutionen beizufügen, zum Beispiel durch NGO´s, wie das ja bereits in einigen Fällen erfolgreich praktiziert wird. Also nicht mehr Charity, sondern nachprüfbare soziale und kulturelle Leistungen!

In den Kommentaren wird es ja angedeutet - es gibt viele gute Unternehmen mit Tradition. Wenn wir ihnen helfen wollen, benötigen wir aber ein kulturell motiviertes Kreditsystem, das nicht an fragwürdiger Rendite, sondern an der konkreten ökosozialen Ausrichtung von Unternehmen ausgerichtet wird. Es gibt bereits Banken, die das erfolgreich praktizieren - wie z. B. die GLS Bank in Bochum.

Wir benötigen keine Bad-Bank, und auch nicht in erster Linie die Beschneidung (allerdings auch nicht die Rettung) der bestehenden, sondern die Förderung der Good-Bank, die Kapital vorzugsweise für Solarenergie, Wind- und Wärmedämmung bereitstellt, oder aber für Schulen und Kindertagesstätten. Im Zweifelsfall zu ganz geringen Zinsen, sogar mit Schenkungen - jedoch mit gründlicher Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Und mit ebenso eingehender, vorgeschalteter Beratung, einer richtig guten!

Die Zauberformel des Sozialunternehmens vereinigt eben gerade ökonomisches Denken mit sozialen, kulturellen und ökologischen Zielen. Als Fernsehjournalist und Filmemacher sei mir gestattet, darauf zu verweisen, dass eine am Gemeinwohl orientierte Förderung von "Goog-News TV" zumindest partiell an die Stelle des Faden Brot- und Spiele Programms treten sollte. Wer sagt denn, dass öffentliche Information eine Ware ist, die auf den Marktplatz gehört? Das Nachdenken über Gemeingüter hat (siehe z. B. commonsblog, Böllstiftung) gerade erst begonnen.

Neue Kultur fängt damit an, von den Zielen her zu denken, und das Handeln danach auszurichten. Und entsprechend zu loben und zu belohnen. Den Geist des Gemeinwohls stärken wir nicht, indem wir überall neue Verbotsschilder aufstellen, und darauf verweisen, dass das Ende nahe ist. Ökologie und soziale Innovationen dürfen nicht den Geist der Kanzel atmen (Suffizienz, Bescheidenheit) - sie müssen Spaß machen, durch Technik faszinieren und sexy sein. Sonst gewinnen wir die Mehrheiten nicht, und vor allem nicht die Akteure.


Christoph Schlee, allmende-film, 28.08.2009

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Die Tat verrät die Absicht

Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, und zahlen mit Geld, das wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen. Und wozu?

Echtes Interesse, Ehrfurcht vor dem Leben, Respekt für den anderen Menschen, vielleicht sogar mal wieder Demut - einfach so zu handeln, wie man selbst behandelt werden möchte ...

Reden, schreiben, denken, philosophieren und diskutieren - schön. Wir haben ja die Zeit dazu - oder vielleicht doch nicht? Das geschriebene und gesprochene Wort ist nett, die tatsächliche Handlung jedoch zeigt die wirkliche Absicht. Entscheidend ist also, es einfach - und endlich - zu machen, zu tun. Nachhaltigkeit (als vielgenutztes Wort) heißt doch vor allem: bis zur Konsequenz denken und danach handeln. Es hieß doch schon mal so schön (damals noch mit Tiger): Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.

Praxisbeispiel: www.naturefund.de

Anke Trischler, innovativ.in & Wiesbadener Salon, 28.08.2009

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Solange die Welt - ganz vorne mit dabei natürlich Deutschland - weiter so regiert wird wie sie regiert wird, wird sich gar nichts ändern.

Zur sehr verflochten sind die Interessen von Politik, Wirtschaft, Macht und Geld. Solange die Menschen nicht begreifen dass jeder Einzelne von uns über das Schicksal und den Fortbestand dieses Planeten mit entscheidet, solange wird sich gar nichts Entscheidendes ändern.

Die Menschheit hat seit jahrtausenden nicht wirklich etwas dazugelernt, außer wie sie effizient Kriege führt und den Planeten ausbeuten kann.

Der Mensch ist faul und träge geworden, lässt sich von Medien, Meinungs- und Stimmungsmachern sein Leben diktieren.

Erst wenn Mensch begreift das er nur als weltweite Gemeinschaft, über Grenzen, Glauben - auch politischen Glauben -, und Hautfarbe hinweg, entscheidend etwas verändern kann, wird sich auch erst etwas verändern.

Think big, think global, act local.


Klaus Fenslau, Redaktion UmweltRundschau, 28.08.2009

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CoF Club of FLORENCE

Die Finanzkrise ist nur vordergründig eine Banker-Krise. Das wirklich Schlimme ist, das sie –wenn auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit - in jeder anderen Branche genauso auftreten kann. Die Ursache liegt in einem lemminghaft verfolgten Fehlverhalten, das durch eine systematische Fehlallokation von Motivation gesteigert wird.

Verantwortlich für die Blasenbildung sind unterschiedliche Wirtschaftssubjekte, darunter die Schuldner, die Vermittler und die Horden diverser Berater und Banker. Die Schuld betrifft aber auch die schläfrigen Regulatoren, die wegschauenden Prüfer und die verantwortungslos stimmenden Aktionäre – egal ob es sich bei ihnen um repräsentativ agierende Treupflichtige oder um unmittelbare Aktionäre handelt. Auch ihre Gewohnheit, alles nach Wochen- und Quartalsresultaten zu bewerten, trägt wesentlich zur Verbreitung ethisch verantwortungsloser Ergebnis-Mechanismen bei.

Wenn unser freiheitliches System an der Konsumentenfreiheit orientiert ist, dann darf die andere Münzenseite, und zwar die Konsumenten-Verantwortung, nicht länger ignoriert werden.

Diese umfasst das verantwortliche Umgehen mit Ressourcen ebenso wie das auch sozial-ethisch verantwortliche Konsumieren und insbesondere auch das nachhaltig verantwortliche Ausüben der Mit(be)stimmung in den vorgegebenen Wegen: der Hauptversammlung. Jede dort nicht abgegebene Stimme im wohlverstandenen Interesse des beneficial owners und ohne Interessenkonflikte mit anderen Zielwerten, trägt dazu bei, dass das dadurch entstehende Macht-Vakuum einer kleinen Menge von aktiv Handelnden zuwächst.

Nicht Vorbilder sind gefragt, sonder Verantwortung eines Jeden und interessengerechte Diskussion zu Gerechtigkeit – auch und gerade über die (zufälligen?) Grenzen von Staaten, Intelligenz und Erbe.

www.cof.cg



hans-martin buhlmann, VIP eV, 28.08.2009

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Eine angestrengte Preis- und Strafaktion gegen die Tanker dieser Welt führt leider nicht zur Lösung. Die Umweltpolitik wird auch durch entsprechende Katastrophenszenarien nicht erfolgreicher sein. Stattdessen würden - wie in der Pädagogik - positive Anreize und Best Practice-Strategien zum Erfolg führen.

Warum keine konzertierte Aktion für das 2-Liter Öko-Mobil made in Germany, als echtes Kooperationsprodukt der fähigsten Tüftler der Republik, unter Beteiligung aller großen Firmen und etlicher freier Aktivisten? Ein Good-Will-Projekt fürs Image, das Leistungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ökologisches Know-How gleichermaßen beweist?

Oder die autofreie Innenstadt, als Wettbewerb der Regionen? Die Optimierung der öffentlichen Verkehrsnetze, mit technisch längst möglicher Vorrangschaltung (wie in Freiburg, man vergleiche mal mit Köln)? Warum nicht Wettbewerbe um die meisten Bäume, die schönsten Plätze, die besten Schulen oder die beste Gesundheitsvorsorge? Und ein echtes Arbeits- und Innovationsprogramm für Wärmedämmung, geklotzt statt gekleckert?

Natürlich gehört dazu eine kulturelle Neuorientierung. Viel wichtiger als das neudeutsche Modewort "Regulierung" (Worten, die plötzlich viel zirkulieren, sollte man misstrauen) erscheint mir, den Unternehmen zu helfen, CSR weiterzuentwickeln, vom blassen Imageprogramm zu einer echten Neuausrichtung, wie dies in den Sozialunternehmen der Prägung von Muhammad Yunus vorbildlich praktiziert wird - nicht nur in seinem Heimatland Bangladesch.

Hilfreich ist natürlich auch, dem eine verlässliche ökologische und soziale Zertifizierung durch unabhängige Institutionen beizufügen, zum Beispiel durch NGO´s, wie das ja bereits in einigen Fällen erfolgreich praktiziert wird. Also nicht mehr Charity, sondern nachprüfbare soziale und kulturelle Leistungen!

In den Kommentaren wird es ja angedeutet - es gibt viele gute Unternehmen mit Tradition. Wenn wir ihnen helfen wollen, benötigen wir aber ein kulturell motiviertes Kreditsystem, das nicht an fragwürdiger Rendite, sondern an der konkreten ökosozialen Ausrichtung von Unternehmen ausgerichtet wird. Es gibt bereits Banken, die das erfolgreich praktizieren - wie z. B. die GLS Bank in Bochum.

Wir benötigen keine Bad-Bank, und auch nicht in erster Linie die Beschneidung (allerdings auch nicht die Rettung) der bestehenden, sondern die Förderung der Good-Bank, die Kapital vorzugsweise für Solarenergie, Wind- und Wärmedämmung bereitstellt, oder aber für Schulen und Kindertagesstätten. Im Zweifelsfall zu ganz geringen Zinsen, sogar mit Schenkungen - jedoch mit gründlicher Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Und mit ebenso eingehender, vorgeschalteter Beratung, einer richtig guten!

Die Zauberformel des Sozialunternehmens vereinigt eben gerade ökonomisches Denken mit sozialen, kulturellen und ökologischen Zielen. Als Fernsehjournalist und Filmemacher sei mir gestattet, darauf zu verweisen, dass eine am Gemeinwohl orientierte Förderung von "Goog-News TV" zumindest partiell an die Stelle des Faden Brot- und Spiele Programms treten sollte. Wer sagt denn, dass öffentliche Information eine Ware ist, die auf den Marktplatz gehört? Das Nachdenken über Gemeingüter hat (siehe z. B. commonsblog, Böllstiftung) gerade erst begonnen.

Neue Kultur fängt damit an, von den Zielen her zu denken, und das Handeln danach auszurichten. Und entsprechend zu loben und zu belohnen. Den Geist des Gemeinwohls stärken wir nicht, indem wir überall neue Verbotsschilder aufstellen, und darauf verweisen, dass das Ende nahe ist. Ökologie und soziale Innovationen dürfen nicht den Geist der Kanzel atmen (Suffizienz, Bescheidenheit) - sie müssen Spaß machen, durch Technik faszinieren und sexy sein. Sonst gewinnen wir die Mehrheiten nicht, und vor allem nicht die Akteure.


Christoph Schlee, allmende-film, 28.08.2009

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Der Kompass in der Finanzkrise, der Wirtschaftskrise, dem Klimawandel, der Globalisierung, der Situation jetzt, ist meiner Meinung nach das: Wir Arbeiten um das Leben für uns und unsere Umgebung zu ermöglichen, zu vereinfachen und zu verschönern. Dabei lebt jeder mit einem besseren Gefühl in der Gegenwart, je besser die Dinge von gestern passen und je besser die Dinge für morgen passen können. Wenn wir so wirtschaften, dann ergibt sich der Inhalt des "New Deals" von selbst und Profit, Macht und anderes vom Leben losgelöstes wird unbedeutend, kommt und geht, wie auch immer, wir leben - einfach - schön .

Antje Hartung, "a2g-sabbatjahr", 27.08.2009

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Macht!!

1. Solange Geld an der Macht ist und Macht Geld ist, kann - nach wie vor - bis zum Gefühl der Machtlosigkeit kontrovers diskutiert werden.
2. Solange rund 3000 Lobbyisten die Gesetze im Europaparlament entwerfen und rund 1500 Lobbyisten im Bundestag bemächtigt sind, Politiker zu beeinflussen, wird nicht Nachhaltigkeit, sondern Wirtschaftswachstum die Triebfeder für das globale Handeln sein.
3. Solange Politiker an der Macht mehr Angst vor Großkonzernen, als vor dem Verlust ihrer Identität und Menschlichkeit haben, solange werden wir uns weiterhin in Richtung Abgrund bewegen.

Wir benötigen Vorbilder, statt Schwätzer,
mutige Entscheider, statt Lobbyistengefolgsleute,
Volksentscheid, statt gekünstelter Demokratie,
Medienfreiheit, statt Mediengroßaktionäre,
Bio-Lebensmittel, statt „Tötungs“-inhaltsstoffen,
Baustopp der rund 25 Kohlekraftwerke, statt Lügenmärchen seitens der Energiekonzerne
….

1. Erst wenn die ökologischen Eigenschaften von Produkten und deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht nur bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sondern gerade bei den Herstellern einen viel größeren Stellenwert einnehmen, können wir den Gedanken der Nachhaltigkeit weiter verfolgen.
2. Ökologische Eigenschaften sollten bei allen Vorhaben eine Priorität zur Bestimmung der Qualitätsmerkmale einnehmen.
3. Die chemische und pharmazeutische Industrie ist hierfür am meisten gefordert. Sie haben nun die riesige Chance, an dieser überlebensnotwenigen Entwicklung mit einem „Paradigmenwechsel“ Teil zu haben.
4. Fragen, wie z.B. wie viel Energie, Wasser und Rohstoffe in den chemischen Prozessen verbraucht werden, wie viel Müll „produziert“ wird, wie gefährlich die hergestellten Produkte sind (von Herstellungsbeginn bis zum Endprodukt), sollten nicht nur gestellt, sondern gezwungenermaßen, im Sinne allen Lebens, positiv für ein „gesundes Ökosystem“ beantwortet werden.
5. Jegliches Produkt sollte weder die Gesundheit, die Umwelt, den Menschen, das Tier noch den Globus gefährden. Kein Geld dieser Welt sollte als Gegenwert gegen dieses Prinzip eingesetzt werden dürfen.
6. Gefährliche Chemikalien wie die Pestizide, Fungizide, Biozide, Chlor, Blei und viele andere der rund 100.000 freigesetzten Chemikalien dürften nicht weiterhin im Sinne der Gewinnmaximierung großer Konzerne in die Umwelt, Lebensmittel, Muttermilch und lebenden Organismen eingebracht werden.
7. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, die weniger gefährlich für die menschliche Gesundheit sind und die Umwelt weniger belasten, sind eine Bedingung für zukünftige Produktionswege.
8. Abfallminimierung und auch Abfallgefahreneinschätzung ist dringend erforderlich. Kunststoffe (Weichmacher) gehören ebenso wenig in den Organismus eines Speisefisches, wie in die kleinen Körper unserer Nachkommen.
9. Die rapide Zunahme von Umweltverschmutzung und Umwelterkrankungen sollte als Indikator dienen, um zukünftig mehr auf Prävention, statt auf Nachsorge zu setzen.
10. Eine gesündere Umwelt führt zu weniger Umweltbelastungen, zu weniger Kosten für die Allgemeinheit, zu weniger Sorgen und dafür aber auch zu viel mehr Lebensqualität und Perspektive.
11. Die Chemieindustrie könnte sich mit einem Paradigmenwechsel Zukunftsmärkte sichern und den größten Anteil an Nachhaltigkeitsprozessen erbringen.

Erst wenn als größte „Macht“, die Macht gegen die Gier und die Handlungsmacht im Sinne des Überlebens gesichert ist, wird es Nachkommen geben….,

…die mit Stolz die Geschichten ihrer Vorfahren erzählen.

Nächstenliebe als Motor für Einsatz und „Change“ sollte als Antrieb genügen.


Aida Infante, Redaktion UmweltRundschau, 27.08.2009

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Ein Appell an das Gewissen im Menschen!


„Wirtschaftskrise, Klimakrise, Energiekrise, steigende Rohstoffpreise und eine wachsende soziale Spaltung haben ihre gemeinsame Ursache in der Entfesselung der Märkte. Auf der Jagd nach kurzfristiger Rendite wird dort die Zukunft verspielt und soziale Verantwortung klein geschrieben.“


Braucht es immer erst Krisen, bevor der Mensch aufgerüttelt wird und begreift, dass er mit seinem Handeln maßgeblich dazu beiträgt, was in der Welt geschieht?
Dann sollte er spätestens jetzt einen Moment lang inne halten und sich fragen, inwiefern er mitverantwortlich ist an der gegenwärtigen Situation:

- In was für einem Unternehmen verdient er sein monatliches Einkommen? In einem, das fair und nachhaltig arbeitet? Oder einem, das Menschen aus anderen Ländern rücksichtslos ausbeutet?
- Wofür gibt dieser Mensch dieses Einkommen aus? Konsumiert er fair gehandelte und biologisch hergestellte Produkte oder lässt er sich von Billigprodukten hinreißen? Lebt er bescheiden oder hat er zwei Vorzeigewagen in seiner Garage stehen und verbringt seinen Exklusivurlaub auf einer weit entfernten tropischen Insel?
- Und zuletzt die Frage: Wo hat er sein gespartes Geld deponiert? In einer Bank, die sich lediglich für kurzfristige Gewinne interessiert oder vielleicht in einer Institution, für die der soziale Gewinn wichtiger ist? Weiß er überhaupt, was mit seinem Geld geschieht und wofür es eingesetzt wird? Für die Entwicklung neuer Gentechnologien und Waffen oder für die Finanzierungsunterstützung von Entwicklungsländern?

In allen drei Punkten geht es um Geld: wo es herkommt, für was es ausgegeben wird und wo es angelegt wird. Nur wenige Menschen scheinen zu verstehen, dass sie mit ihrem Verhalten bezüglich dieser Punkte die Welt beeinflussen. Denn wer Geld hat, der hat auch die Macht, dieses einzusetzen. Und dabei kommt es ganz darauf an, wem man diese Macht in die Hände gibt: Es kommt auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld an.
Bezogen auf alle drei Punkte muss ein Umdenken von kurzfristiger Rendite auf Kosten anderer auf eine Förderung von Nachhaltigkeit stattfinden.

Gerade beim dritten Punkt scheint sich angesichts der Finanzkrise eine Wandlung abzuzeichnen: Herkömmliche Banken haben das Vertrauen vieler Menschen zu Recht verloren. Diese suchen nun nach alternativen Finanzinstitutionen, in denen sie ihr Geld sicher anlegen können und gleichzeitig wissen, was damit geschieht. Solch eine Transparenz gewährleisten leider nur die wenigsten Institutionen.
So zum Beispiel die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, die sich für die Vergabe von Mikrokrediten in Entwicklungsländer einsetzt, um armen Menschen die Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen. In der seit 1975 bestehenden Genossenschaft, die nahezu parallel zur Grameen Bank groß wurde, können sich Anleger darauf verlassen, dass ihr Geld in sozial nachhaltige Projekte investiert wird. Im Fokus liegt hierbei nicht die finanzielle Rendite, die sich auf ca. 2% pro Jahr beläuft, sondern der hohe soziale Gewinn, der durch die Anlagen erreicht wird. Denn durch sie werden vor allem in Entwicklungsländern Projekte zur Armutsbekämpfung gefördert und Darlehen an Mirkofinanzinstitute vergeben. Diese wiederum vergeben ihrerseits Mikrokredite an benachteiligte Menschen, denen normale Banken den Kreditzugang meistens verwehren.

Die gegenwärtige Situation hat hoffentlich viele Leute dazu gebracht, das eigene Handeln noch einmal genauestens zu überprüfen und zu überdenken, was richtig und vertretbar ist, und was nicht.




Oikocredit wurde bereits 1975 gegründet, um Menschen, die ihr Geld bewusst anlegen und gezielt eine nachhaltige Entwicklung fördern wollen, die Möglichkeit zu geben, dies auch zu tun. Oikocredit vergibt mit dem Geld der AnlegerInnen Darlehen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern nach folgenden Kriterien:
- Erreichen möglichst vieler armer Menschen
- Unterstützung möglichst vieler Frauen
- Förderung der regionalen Entwicklung
- Beachtung des Umweltschutzes
- Wirtschaftliche Tragfähigkeit
Gerade in der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass eine Geldanlage, die relativ unabhängig von den internationalen Kapitalmärkten ist, sicherer ist als herkömmliche Geldanlagen. Immer mehr Menschen denken darüber nach, wie sie ihr Geld sinnvoller anlegen können. Daher kann Oikocredit einen Zuwachs der Geldanlagen verzeichnen. Es zeigt sich, dass soziale Verantwortung und eine stabile Rendite (von 2%) möglich sind.



Stefanie Fella, Oikocredit, 27.08.2009

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Finanzkrise oder Krise des Wachstums?
Überzogene Wachstumserwartungen sind der Verursacher der aktuellen Finanzkrise, die in Wirklichkeit die „Krise des auf Wachstum basierenden Wirtschaftssystems“ darstellt. Vor dem Hintergrund globaler Umweltzerstörung und Klimaerwärmung, die die Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise in jeder Hinsicht in den Schatten stellen werden, muss es eine „neue Ethik der Wirtschaft bzw. eine Ethik des Wirtschaftens“ geben. Nachhaltigkeit ist der Schlüssel dieser neuen Ethik.
Der Wachstumsgedanke der klassischen Ökonomie muss überdacht werden. Nachhaltigkeit im sozialen, ökonomischen und ökologischen Sinne, muss zum bestimmenden Faktor werden. Wir brauchen ein neues auf einer global verbindlichen Ethik beruhendes und mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten im Einklang stehendes Wirtschaftssystem. Die verzerrende betriebswirtschaftliche Sichtweise muss einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung weichen. Ressourcenverbrauch muss neu bewertet werden und Eingang in die Preis-Kalkulationen finden.
Die Änderung des Bewusstseins und die Abkehr von einem rücksichtslosen Wachstum werden für die Zukunftsfähigkeit der Menschheit von entscheidender Bedeutung sein und erfordert ein entschlossenes und koordiniertes Handeln von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.


Michael Dirkx, 27.08.2009

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Ich finde obige Forderungen alle richtig und sinnvoll. Unglücklich finde ich nur den Begriff NEW DEAL.

Der Begriff DEAL bedeutet ja TEIL. Das impliziert und assoziert, dass ein Ganzes aufzuteilen ist. Und sofort haben die meisten Menschen das Nullsummenspiel im Kopf: Wenn es einen NEW DEAL gibt, eine neue Aufteilung, dann müssen einige abgeben, damit andere hinzugewinnen.

Der fatale Denkfehler dabei: Die Natur ist kein Nullsummenspiel, nicht mal die Wirtschaft. Es geht hier NICHT darum, dass neu aufzuteilen wäre, sondern wir brauchen einen RADIKALEN PARADIGMENWECHSEL:

Wenn wir nicht endlich begreifen, dass wir anders wirtschaften und arbeiten müssen, werden wir ALLE VERLIEREN. Wir haben ja jetzt schon die perverse Situation, dass wir immer reicher an Geld werden, aber immer ärmer an Lebensqualität.

Seit den 1950er Jahren hat sich unser Wohlstand verdreifacht, aber die Menschen sind keinen Deut glücklicher geworden. Wir sind Export-Weltmeister, belegen aber auf der Weltrangliste der glücklichsten Menschen nur Platz 34. Alle starren wie gebannt auf die Steigerung des Bruttosozialprodukts während sich gleichzeitig DEPRESSION zur Volkskrankheit Nr. 1 entwickelt.

Es sind die total falschen Vorstellungen von Glück, die uns in die enormen Schwierigkeiten bringen. Paradebeispiel ist die riesige Gier der Manager und Finanzakrobaten.

Wir müssen endlich zur Besinnung kommen:
Was ist WIRKLICH WICHTIG im Leben? Ist es weiteres Wachstum, von dem jetzt im Wahlkampf alle Parteien faseln oder ist es eher eine Lebens- und Arbeitsweise, die auch unseren Kindern und Enkeln noch Freude bereitet?

Nur, wenn wir begreifen, das ECHTES GLÜCK von innen kommt, das es gegenseitiges Vertrauens bedarf, dass wir es eher erlangen, wenn wir anderen Menschen helfen, statt sie auszubeuten, dann haben wir eine Chance.

Nur wenn wir begreifen, dass das eigene Ich nur Überleben kann, wenn es auch anderen Menschen und der Umwelt insgesamt gut geht, werden wir anfangen, wirklich global zu denken und zu handeln.

Nur wenn wir begreifen, dass Klimaveränderungen keine Landesgrenzen kennen und dass die Erde viel zu kostbar ist, um sie in kurzer Zeit zu verheizen, werden wir ALLE GEWINNEN.

Wolff Horbach, Faktor G, 27.08.2009

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New Deal- das heißt so viel wie „die Karten werden neu verteilt“, ein Neuanfang steht an. Und als genau das sollten wir die Krise betrachten. Nicht als Unglücksfall, nicht als unüberwindbares Hindernis sonder als Chance. Als Chance zum Neuanfang. Das Wirtschaftsmodell, das in den vergangenen Jahrzehnten herrschte, der Run nach kurzfristigen Renditen auf Kosten von Umwelt und Gesellschaft, hat ausgedient. Dies macht die Krise deutlicher denn je. Stattdessen muss soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des Wirtschaftens rücken. Einige Unternehmen setzen diese Prinzipien schon seit vielen Jahren in die Tat um, und das mit Erfolg: Wirtschaften als das langfristige Schaffen von Werten- von ökonomischen aber auch von ökologischen und sozialen Werten. Diese Idee ist nicht neu, sie existiert seit vielen Jahrhunderten, ist sozusagen „am Markt getestet“: Es ist das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns.

Der ehrbare Kaufmann, von dem bereits im Mittelalter die Rede war, setzt gewisse Tugenden in dem Mittelpunkt seines Wirtschaftens. Tugenden wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Maß und Klugheit. Alles Eigenschaften, die nicht vereinbar sind mit dem momentanen Verhalten der Managerklasse. Die heutigen ehrbaren Kaufmänner und -frauen, die den Kompass der Nachhaltigkeit schon jahrzehntelang verwenden, sind auch eher im Mittelstand anzufinden. Hier bilden noch handfeste Werte die Grundlage des täglichen Wirtschaftens und der Leitsatz „Eigentum verpflichtet“ wird noch gelebt. Was andere in glanzvollen Imagebroschüren als Corporate Social Responsibility bezeichnen ist hier einfach nur Tagesgeschäft. Aber warum ist das so? Warum gelingt es vielen Mittelständlern Erfolg und Moral, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen während andere scheitern? Sie habe es gelernt! Sie sind in ein Familienunternehmen hineingewachsen und konnten sich von ihren Väter und Großväter ein WERTvolles Wirtschaften beibringen lassen.

Bei den heutigen Managern in Großkonzernen sieht die Lage ganz anders aus: Während in den ersten Lehrbüchern der BWL, zu Beginn des 20.Jahrhunderts, die Ehrbarkeit noch als wichtige Erfolgsgrundlage betrachtet wurde, lernen heute die zukünftigen Manager an den Hochschulen „Unternehmensethik“ lediglich als ein freiwilliges Wahlfach kennen. Gleichzeitig übernehmen sie sehr früh, sehr große Verantwortung für ein Unternehmen, in dem sie selbst weitaus kürzer „angestellt“ sind als der Großteil ihrer Mitarbeiter. Wie der richtige Mix aus Erfolg und Verantwortung aussieht, wissen sie nicht. Deshalb lautet unsere Forderung: Holt den ehrbaren Kaufmann zurück an die Hochschulen! Die Manager von morgen müssen lernen, dass es nicht nur umfassender praktischer Fähigkeiten sondern auch einer gehörigen Portion an Werten und Tugenden bedarf, um den langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu sichern. Ehrbare Manager sind, gerade angesichts der Krise, nötiger denn je und mit ihrem Einsatz kann eine ökologische und soziale Wende gelingen!


Dennis Lotter, Benefit Identity GmbH, 27.08.2009

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Mutter Erde wird uns alle überleben - die Thesen sind voll von leidenschaft und mit klugheit geschrieben - wir ändern uns oft durch Angst oder durch Sehnsucht - wir sollte mehr Wege und Ansätze finden, die uns als Menschheit hilft, uns mit Sehnsucht und Freude zu verändern. Der Schutz unseres Lebensraum sollte uns Freude machen. Gesellschaft, Schule, Kirche und Politik sollten mit Freude neue Wege suchen, wie eine Abenteuerreise. Spirituell steht der Schutz der Erde für das Thema "Verbindung", wir leben aber heute mehr das Thema "Trennung", den wer mehr als der andere haben möchte (Wohlstand) muß in Konkurrenz gehen und damit in Trennung...Die Aufgabe wird nicht leicht aber Sie lohnt sich. Liebe Grüße Bernd Schneider

Bernd Schneider, FutureConsult GmbH, 27.08.2009

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„Wirtschaftskrise, Klimakrise, Energiekrise, steigende Rohstoffpreise und eine wachsende soziale Spaltung haben ihre gemeinsame Ursache in der Entfesselung der Märkte. Auf der Jagd nach kurzfristiger Rendite wird dort die Zukunft verspielt und soziale Verantwortung klein geschrieben.“

Oikocredit wurde bereits 1975 gegründet, um Menschen, die ihr Geld bewusst anlegen und gezielt eine nachhaltige Entwicklung fördern wollen, die Möglichkeit zu geben, dies auch zu tun. Oikocredit vergibt mit dem Geld der AnlegerInnen Darlehen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern nach folgenden Kriterien:
- Erreichen möglichst vieler armer Menschen
- Unterstützung möglichst vieler Frauen
- Förderung der regionalen Entwicklung
- Beachtung des Umweltschutzes
- Wirtschaftliche Tragfähigkeit
Gerade in der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass eine Geldanlage, die relativ unabhängig von den internationalen Kapitalmärkten ist, sicherer ist als herkömmliche Geldanlagen. Immer mehr Menschen denken darüber nach, wie sie ihr Geld sinnvoller anlegen können. Daher kann Oikocredit einen Zuwachs der Geldanlagen verzeichnen. Es zeigt sich, dass soziale Verantwortung und eine stabile Rendite (von 2%) möglich sind.


Dr. Brigitta Herrmann, Oikocredit, 26.08.2009

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Uff, sehr viel Text. Meine Zeit reicht nicht, um alles immer lesen zu können. Ergebnisse erwarte ich jedoch weder von Politik noch durch Konferenzen, denn: "Man macht keine Revolution durch Aufbegehren sondern indem man die Lösung hat" (Le Corbusier)
Das Wachstum der Bioläden ist für mich eine Art Revolution - die mich allerdings langsam auffrisst, denn einen Biosupermarkt zu führen, konnte ich mir vor 5 Jahren nicht einmal im Traum ausdenken. Trotz aller Zugeständnisse ist es aber eine stete Entwicklung, die niemand gedacht hätte. Vielen Dank an alle Menschen, die dazu beigetragen haben bis heute.
Leider sehe ich keine gute Lösung für die derzeitigen Probleme. Ich bereite mich langsam aber sicher auf schlimme Zustände vor, denke darüber nach, wie ich mich verhalten werde, wenn die Menschen mein Geschäft stürmen sollten (siehe Island), es Hyperinflation, Währungsreform oder Krieg geben sollte.
Niemand wünscht sich derartiges, alle versuchen, es zu verhindern, kaum einer begreift, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Die augenblickliche Ruhe täuscht alle. Auch ich wünsche sehr, dass die Lawine nicht losgetreten wird durch irgend einen winzigen aber unaufhaltsamen Impuls, habe aber die Befürchtung, daß dieser Impuls schon längst da war oder spätestens nach den Wahlen erfolgt.
Da ich viele Kontakte zu den verschiedensten Menschen habe durch meine Tätigkeit im Laden, kann ich bestätigen, dass sich alle durch die Bank weg große Sorgen machen und Goldmünzen kaufen oder Konserven horten, Lebensversicherungen kündigen oder aus allen Aktien aussteigen.
Es wird ja auch nicht mehr davon gesprochen, den Menschen wieder ein Gefühl von Sicherheit vermitteln zu wollen, vermutlich weil man sich davon verabschiedet hat, dies auf längere Sicht hin jemals wieder schaffen zu können.
Ich plane heute anders als vor 1 Jahr und treffe völlig andere Entscheidungen, lege bisher undenkbare Hebel um und liege auf der Lauer um den Punkt an dem die Welle bricht, tunlichst nicht zu verpassen.
Mir wurde von einem bekannten Wirtschaftsinstitut auf Anfrage hin folgende Anwort auf den Weg gegeben:
1. Es kommt schlimm, und die Leute räumen das Geschäft leer innerhalb weniger Stunden. Dann beruhigt sich alles und ich habe ein gutes Geschäft gemacht
2. Es kommt schlimmer und der Staat schützt mich vor mir selber durch Festsetzung von Preisen und Handelsbeschränkungen.
3. Es kommt ganz schlimm und jeder ist schutzlos.
Merke: In jedem Satz steht das Wort "schlimm" und es gab keinen 4. Satz als Alternative. Das war im Februar 09 und bis heute habe ich keine Alternative zu hören oder zu lesen bekommen. Ich staune nur noch und lese mit angehaltenem Atem.
Angelika Poullie-Wittwer
kfm. Marktleitung Biosupermarkt Körnerecke, Grevenbroich


Angelika Poullie-Wittwer, Biomarkt Körnerecke, 26.08.2009

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ALS UNTERNEHMERIN GLAUBE ICH AN INTEGRALE NACHHALTIGKEIT.

WIE WIR HINKOMMEN LERNEN WIR BEREITS VON EINSTEIN. ER SAGTE, DASS MAN PROBLEME NEIMALS MIT DERSELBEN DENKWEISE DURCH DIE SIE ENTSTANDEN SEIEN, LOESEN KOENNE.

DIE FRAGE IST ALSO, WIE ERWIETERN WIR UNSERE DENKWEISE?

KEN WILBER STELLT EIN INTEGRALES FRAMEWORK VOR, DAS UNS HELFEN KANN UNSERE DENKWEISE UND NEUE LOESUNGS-PERSPEKTIVEN ZU BEKOMMEN.

ES GEHT DABEI UM LEADERSHIP DAS ALLE ASPEKTE DES LEBENS BETRACHTET, INTERN UND EXTERN, INDIVIDUELL UND KOLLEKTIV.

DAS BEDEUTET, DASS UNSERE EXTERNEN TECHNOLOGISCHEN LOESUNGEN, DIE GESETZE, UND UNSER VERHALTEN IN DER KRISE GENAUSO GUT SIND WIE UNSER BEWUSSTSEINSNIVEAU ODER DAS WAS WIR INTERN, ALS MENSCH IN DIESER KRISE SIND.

DAHER RUFE ICH UNS AUF EINEN QUANTENSPRUNG NACH VORNE ZU MACHEN UND UNSER UNENDLICHES, MENSCHLICHES POTENTIAL ZU ENTFESSELN INDEM WIR MEHR ALS ZUVOR NACH INNEN SCHAUEN.

DIE VERGANGENHEIT ZEIGT DASS WIR DAZU IN DER LAGE SIND.

MARIANA BOZESAN, PhD

P.S. HIER EIN ARTIKEL ZU DIESEM THEMA

PhD Mariana Bozesan, Consciousness Leadership International, 24.08.2009

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Und wer nimmt die Menschen mit?

Hier sind viele wichtige, richtige und interessante Meinungen und Thesen eingestellt. Sicher spielen die von der Politik vorgegebenen Spielregeln und das Vordenken und Handeln von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Gesellschaft eine große Rolle.

Funktionieren wird eine neue Wirtschaftsordnung meiner Meinung nach aber nur, wenn sie von der Mehrheit der Menschen wie selbstverständlich gelebt wird. Und das geht nur wenn jeder für sich eine persönliche Bereicherung daraus zieht. Das sollte natürlich nicht die Abwrackprämie sein. Das Beispiel Abwrackprämie zeigt aber etwas ganz wichtiges: damit sich auf breiter Basis etwas ändert müssen wir die Menschen emotionalisieren und involvieren. Mit einem abgehobenen theroretischen Diskurs und einer Angstkommunikation, die Horrorszenarien und Verzicht thematisiert, wird uns das nicht gelingen. Auch wenn es der Realität entspricht. Wichtig erscheint mir auch, vor allem die Leute anzusprechen, für die Nachhaltigkeit bis jetzt noch kein Thema ist. Und das ist immer noch eine große Menge.

Deswegen meine Forderung: Lassen Sie uns auf den Konferenzen pragmatisch diskutieren, wie wir die Menschen einbinden können. Es gibt so viel schönes, positives und erhaltenswertes. Lassen Sie uns das in den Vordergrund stellen.

Sabine Isenberg, Immergrün Business Events, 24.08.2009

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Ich möchte auf Sepp Dürr eingehen, dem ich in den meisten Punkten zustimme.
Aber gerade der Dissens sollte ja ausdiskutiert werden, wenn man nach
Lösungen sucht; er bezieht sich auf seine Punkte 6 und 7, wohei Punkt 6
immerhin durch die Worte "im Augenblick" abgemildert wird. Aber ich halte
die Suche nach neuen konzeptionellen Lösungen für notwendig, nicht nur das
Herumdoktorn an Symptomen. Denn haben immer irgendwelche
aktuellen Probleme; wenn wir uns auf sie konzentrieren und die langfristige
Entwicklung außer Acht lassen, kommen wir leicht irgendwohin, wohin wir nicht wollen.

Natürlich kann nicht alles von Heute auf Morgen geändert werden, aber die
Richtung solten wir im Auge haben. So sollte es beispielweise nicht
vorkommen, dass wir eine weitere Klimaverschlechterung fördern, um Arbeitsplätze zu
schaffen. Oder, um ein Beispiel für kurzsichtige Politik aus dem Bereich des
Verkehrs zu bringen: Vor dreißig Jahren wurden viele Eisenbahnstrecken stillgelegt und abgebaut,
weil kein Verkehr da war. Heute können wir nicht mehr Güter und Personen
über diese Strecken tansportieren, weil sie weg sind.

Ich bin nicht prinzipiell gegen Wachstum, wohl aber gegen den Zwang zum
Wachstum. Heute wird oft das Ziel einer Erhöhung des Bruttoinlandprodukts
angestrebt, ohne dass es eine Rolle spielt, was produziert wird. Natürlich
bin ich für die Förderung der regenerativen Energien. Der Begriff
"Wertschöpfung" führt jedoch leicht in die Irre: Welche Werte werden
dadurch geschaffen, dass neue Autos gebaut und alte dafür verschrottet werden?
Oder auch dadurch, das jemand einen anderen darin berät, wie er sein Geld
anlegen soll? Die Produktion hat doch den Zweck, die Güter herzustellen,
die wir brauchen oder auch nur haben wollen. Wenn aber Bedürfnisse
geweckt werden müssen, damit etwas produziert werden kann, ist meines
Erachtens etwas faul.

Arbeit ist notwendig, um bestimmte Güter zu produziern; ich halte es aber für absurd,
Arbeit um Ihrer selbst willen zu fördern. Jahrtausend lang mussten die Menschen hart
für das Lebensnotwendige arbeiten; sie ware größtenteils froh über jede
Erleichterung. Heute hat der Produktivitätsfortschritt uns weitestgehend
entlastet; aber statt uns über mehr freie Zeit zu freuen, klagen wir über
Arbeitslosigkeit und lösen das "Problem" auf weitgehend auf Kosten des
Klimas. Arbeit bedeutet aber auch Einkommen; selbst wenn im
Prinzip genug für alle da ist, erzielt der Arbeitslose kein
Arbeitseinkommen. Von seinem Lohn in der Autoproduktion kann ein
Arbeitnehmer sich etwas zu essen kaufen; die Produktion von Autos
schafft aber weltweit nicht mehr Nahrungsmittel.

Diese Paradoxie wird m.E. deutlich, wenn man sie im (zugegebenermaßen unrealistischen)
Gedankenexperiment auf die Spitze treibt: Wenn Maschinen ohne menschliche
Arbeit alles produzierten, was wir haben wollen, könnten diejenigen, die kein
Kapital besäßen, nichts mehr durch Arbeit verdienen; soziale Unterschiede würden auf
Ewig zementiert, obwohl genug Güter da wären. So gesehen bedeutet das bedingungslose
Grundeinkommen, dass alle eingermaßen gerecht am Produktivitätsfortsschritt
profitieren.

Zum Schluss zur Marktwirtschaft: Hier finde ich den Ausspruch von Jakob von Üexküll treffend:
"Der Markt ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr". Der Markt
schafft eine bessere Mittelallokation als jeder Plan, daher sollte er auf jeden
Fall beibehalten werden. Aber wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer frei verhandeln können,
ob jemand eine bestimmte Arbeit tut, zu welchem Lohn und zu welchen Bedingungen,
entspricht das meinen Vorstellungen von Marktwirtschaft eher, als wenn der
Arbeitnehmer die Arbeit zu jedem Hungerlohn und unter miesesten
Bedingungen annehmen muss, weil ihm sonst das AlgII gestrichen wird.


apl. Prof. Dr. Reinhard Börger, 21.08.2009

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Ich unterstütze Ihre Forderung eines ökologischen New Deal, um den Klimaschutz voranzutreiben und mit Investitionen in innovative Technologien die Konjunktur zu stabilisieren. Wirtschaftliches Wachstum und die notwendige ökologischen Neuausrichtung schließen sich nicht zwingend aus. Vielmehr bieten innovative, umweltfreundliche Ansätze die Chance, nachhaltiges Wachstum zu sichern.

In Ratingen bin ich aktuell sehr an einem schlüssigen Konzept zur Errichtung von Bürgersolaranlagen interessiert und führe hierzu Verhandlungen mit den Stadtwerken. Außerdem wird die energetische Modernisierung der städtischen Liegenschaften weiter vorangetrieben.

Ich würde es begrüßen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen würden, die es bei Auftragsvergaben ermöglichen, die Anbieter zu berücksichtigen, die sowohl ökologisch als auch sozial verträglich produzieren und wirtschaften. Ich halte es für richtig, nicht nur auf den niedrigsten Angebotspreis zu schauen, sondern auch die in einem globalen Zusammenhang entstehenden Folgekosten bei der Entscheidung über einen Auftrag zu berücksichtigen.


Bürgermeister Harald Birkenkamp, Stadt Ratingen, 18.08.2009

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9 Punkte für einen grünen Aufbruch

1. Reden von „grüner“ Wirtschaftspolitik, Weitermachen wie bisher
2. Reden ist Silber, Handeln ist Gold
3. Eine Krise, ein Weg: Nicht länger auf Kosten anderer leben
4. Wir haben es auch mit einer sozialen Krise zu tun
5. Schulden müssen abgearbeitet werden
6. Auch wir kommen vorerst nicht am Wachstum vorbei
7. Arbeit bleibt unersetzlich
8. Wir brauchen ein positives Leitbild
9. Der Wechsel kommt nicht von selbst, sondern nur durch grüne Politik

1. „Grün aus der Krise“: Unter diesem Titel haben u.a. Ban Ki-moon und Al Gore einen ökologischen New Deal gefordert, um aus der weltweiten Rezession zu kommen. Die Regierungen müssten dabei sicherstellen, „dass die jetzt entstehende neue Wirtschaftsordnung ökologischer und gerechter wird“. Die Programme müssten helfen, „die Weltwirtschaft ins 21. Jahrhundert zu katapultieren“, statt „sterbende Industriezweige zu bewahren und das Fehlverhalten der Vergangenheit beizubehalten“. Genau das ist aber passiert. Die Abwrack-Prämie ist nur das augenfälligste Beispiel. Die Krise gibt es, weil ungedeckte Wechsel auf die Zukunft geplatzt sind. Wir stecken in einer Schuldenkrise – und das weltweite Rezept, um herauszukommen, lautet: mehr Schulden machen.

2. Wer sich noch daran erinnern kann, wie sehr es der neoliberalen Propaganda gelang, in den Jahren vor der letzten Bundestagswahl den politischen Spielraum praktisch auf Null zu reduzieren, der kann nur froh sein, dass sich zumindest das verbale Klima zu unseren Gunsten geändert hat. Jetzt gilt es, nach den grünen Worten grüne Taten einzufordern.

3. Die Parallelen, die zur gegenwärtigen ökonomischen und ökologischen Doppelkrise, von Umwelt und Banken, Klima und Wirtschaft, geführt haben, sind frappierend. Beide beruhen auf massiven Anleihen auf die Zukunft und der Externalisierung von Kosten.

4. Es ist nicht nur unsere Art zu wirtschaften, sondern unserer Zusammenleben insgesamt in der Krise. Was die Gesellschaft in der „alten“ Bundesrepublik verband, war das Versprechen, dass Bildung und Aufstieg unabhängig von der Herkunft möglich sind. Es war der Konsens, dass in einer solidarischen Gesellschaft Starke mehr schultern müssen und dass Staat und Gesellschaft einspringen, wenn Menschen abgehängt zu werden drohen. Dieser Konsens ist verloren gegangen.

5. Das globale Finanzsystem ist ein komplexes Kartenhaus von Krediten auf vielen Ebenen, die beim besten Willen nicht mehr zurückgezahlt werden können. 2005 betrug allein das Volumen der Finanzderivate fast das Fünffache des Weltsozialprodukts. Wenn es nicht zum Bankrott, zum völligen Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems mit unkalkulierbaren Folgen kommen soll, müssen diese Schulden über Jahrzehnte so weit getilgt werden, bis sie wieder in einem verkraftbaren Verhältnis zur realen Wirtschaftsleistung stehen.

6. Weil wir die globale Krise innerhalb der Marktwirtschaft lösen müssen, bleibt uns nur die Suche nach Leitlinien für ein ökologisch und sozial verträgliches Wachstum. Denn wir müssen gleichzeitig Tilgung und Zinsen zahlen, den unverantwortlichen Raubbau einschränken, Kosten internalisieren und auch noch der übrigen Welt die Chancen auf Wohlstand zugestehen. D.h. wir müssen mit weniger materiellem Aufwand mehr Lebensqualität schaffen.

7. Alle diese Ziele lassen sich gleichzeitig nur erreichen, wenn es uns gelingt, den Anteil hochqualifizierter Arbeit an unserer Wertschöpfung massiv zu erhöhen und den Ressourcen-Verbrauch dabei exponentiell zu reduzieren. Das heißt: Bildung, Forschung, Entwicklung. Nur „gute“ Arbeit garantiert heute Teilhabe, Inklusion und Chancen. Ein „Grundeinkommen“ bindet Mittel, die wir dringend brauchen, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, also individuelle sowie gesellschaftliche Chancen und Möglichkeiten. Voraussetzungslos führt es zur Exklusion derer, die nicht über soziales oder kulturelles Vermögen verfügen.

8. Einzelne Mosaiksteine auszutauschen, das reicht heute nicht mehr. Um das Gesamtbild zu ändern, müssen wir eine Vorstellung davon entwickeln, wie ein lebenswertes Leben gerecht und damit dauerhaft organisiert werden kann. „Verzicht“ ist kein begeisterndes Leitbild. Wir brauchen mehr: den Aufbruch zu einem neuen grünen Lebensmodell. Wenn es jemand gelingen kann, vorbildlich einen hohen Lebensstandard zu sichern, bei großer sozialer Gerechtigkeit und niedrigem Ressourcenverbrauch, dann sind das wir in Deutschland.

9. Den relativen Vorsprung auf den ökologisch orientierten Weltmärkten beispielsweise verdanken deutsche Unternehmen nicht allein sich selbst, sondern drei Jahrzehnten beständiger politischer Auseinandersetzung. Viele heute als entscheidend erkannte politische Weichen mussten gegen scharfen Protest von Konservativen verschiedener Farben und kurzsichtigen Wirtschaftsvertretern durchgesetzt werden. Heute ist einer breiten Öffentlichkeit klar, dass das ethisch Verantwortbare auf Dauer auch das wirtschaftspolitisch Richtige ist. Dies bleibt für uns Grüne Leitlinie und Ansporn unseres politischen Handelns.

Sepp Dürr, MdL
Die Grünen im Bayerischen Landtag



Dr. Sepp Dürr, Die Grünen im Bayerischen Landtag, 17.08.2009

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Die Hauptaufgabe sehe ich darin, vom Wachstumszwang loszukommen, denn
sonst macht das Wachstum alle technischen Verbesserungen zunichte.
Merkwürdigerweise wird in letzer Zeit viel nach anderen Wegen zu Wachstum
gesucht, aber kaum nach Alternativen. Auch das oft beschworene qualitative
Wachstum funktioniert m.E. nicht auf Dauer. Aber wozu müssen wir immer mehr
produzieren, wenn es schon jetzt im Prinzip für alle reicht? Bereits Adam
Smith sah den einzigen Sinn der Produktion in der Konsumtion und nicht
umgekehrt. Heute wird die Verschrottung funktionstüchtiger Autos subventioniert,
damit neue produziert werden können, nicht etwas weil wir sie bräuchten.

Wir stehen heute vor völlig neuen Herausforderungen. Früher mussten die Menschen
hart arbeiten, um einigermaßen genug zum Leben zu schaffen. Heute ist die
Produktion so weit automatisiert, dass wir mir relativ geringen Mitteln
genug für alle schaffen können; heute besteht das Problem scheinbar darin,
Menschen irgendwie zu beschäftigen, obwohl die von ihnen produzierten Güter
eigentlich nicht gebraucht werden. Leider geschieht dies oft auch noch auf Kosten von Umwelt
und Rohstoffen. Aber statt über mehr Freizeit zu jubeln,, klagen wir über
Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass viele Menschen kein eigenes Kapital
besitzen und sich ihren Lebensunterhalt über Arbeit verdienen müssen. Alle
Auswege hieraus laufen für mich auf ein bedingungsloses Grundeinkommen
hinaus.

Wir müssen insgesamt die Arbeit neu bewerten. Wer sich früher weigerte,
zur Deckung der allgemeinen Bedürfnisse beizutragen, war faul und lebte
auf Kosten anderer. Heute erscheint es mir aber nicht abgebracht, jemanden
als faul zu bezeichnen, der nichts tut, wenn es nichts zu tun gibt. Ein großer
Teil der bezahlten Tätigkeiten schadet mehr er als nützt, insbesondere durch
Umweltbelastung und Rohstoffverbrauch.

Die Beschränkung des Sozialtransfairs auf Arbeitslose hat eine weitere fatale Folge.
Solange ein Gut arbeitintensiv hergestellt wird, muss der oder die Arbeitende dafür
bezahlt werden; die Kosten gehen in den Preis ein. Wer diese Menschen einspart, wälzt
diese Kosten auf die allgemeinheit ab und ist daher konkurrenzfähiger. Dies erhöht den
Rationalisierungsdruck und begünstigt auch die Verschwendung von Rohstoffen und die
Belastung der Umwelt, solange sie nichts kostet.

Der Markt löst viele Probleme; er kann auch (bei richtiger Justierung der Abgaben)
dafür sorgen, dass viele Bemühungen dorthin gelenkt werden, wo sie am
meisten bringen. Aber er verhindert von sich aus nicht diie Vergrößerung
sozialer Ungleichheit; er sorgt nicht einmal dafür, dass niemand verhungert.
Insbesondere berücksichtigt er die Zukunft nicht; zukünftige Menschen
können am heutigen Markt nicht mitbieten. Ihre Interssen gehen unter, wenn
wir sie uns nicht zu eigen machen.


apl. Prof. Dr. Reinhard Börger, FernUni, 14.08.2009

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Liebe Naturschutzverbände,

ich nehme Bezug auf den Kommentar von Roland A. Günther, Business in Resonanz, vom 06.07.2009. Danach sollten wir darüber diskutieren, WIE die berechtigten Forderungen der Naturschutzverbände umgesetzt werden können.

Dahinter steht die Frage, warum die Forderungen in Anbetracht der bekannten Sachlagen bisher nicht umgesetzt wurden. Hierzu möchte ich zwei Thesen zur Diskussion beisteuern.


These 1:
Es liegt im Interesse der Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wenn für den Lobbyismus Regeln aufgestellt werden.

Begründung
Der Wirtschaft stehen für die Beratung und Beeinflussung der Politik wesentlich mehr Personen und Ressourcen zur Verfügung als den NGOs. Durch dieses Ungleichgewicht der gesellschaftlichen Interessen fehlt eine wesentliche Voraussetzung für eine schnelle und konsequente Umstellung unserer Gesellschaft in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Ideen zu Regeln für den Lobbyismus könnten sein:
1.1 Die Parteien und die Mitglieder des Bundestages (MdB) werden vollständig finanziell unabhängig.
Umsetzung: Die Parteienfinanzierung erfolgt vollständig über das Volk. Als zusätzliche Einnahmequelle für die Parteien gibt jeder Steuerpflichtige in seiner Steuererklärung an, wie viel Promille der von ihm gezahlten Steuern welcher Partei zur Verfügung gestellt wird. Spenden an Parteien und Zuwendungen aus zusätzlichen Arbeitserlösen an MdB sind nicht mehr zulässig.
1.2 Die Art und Weise des Lobbyismus wird so organisiert, dass dieser bestmöglich dem Allgemeinwohl dient.
Umsetzung: Zukünftig werden von den MdB nur solche Lobbyvertreter gehört, die die gesamte Wertschöpfungskette des von ihnen vertretenen Produktes oder Dienstleistung darstellen. Hierzu wird eine Gliederung vorgegeben, die gemeinsam von den beteiligten Unternehmen sowie zuständigen NGOs zu füllen ist.
Beispiel: Bei Regelungen zu Pflanzenschutzmitteln müssen Lobbyisten eine abgestimmte Darstellung der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe, deren Transport, des Einsatzes und der Entsorgung des Endproduktes der Politik als Grundlage für die Gestaltung der Regeln vorlegen.


These 2:
Das eigene Vorbild ist eine wesentliche Voraussetzung zur Durchsetzung von Forderungen.

Begründung
Glaubwürdigkeit und Authentizität einer Organisation können sehr gut durch das eigene Handeln belegt werden. Auf keiner der Internet-Startseiten der ausrichtenden Organisationen habe ich eine Rubrik gefunden, die über das eigene Handeln der jeweiligen Organisation informiert. Ich bin mir sicher, dass ethisches und ökologisches Handeln in den Organisationen vorherrscht. Zur Stärkung der eigenen Position sollte dieses Handeln auch transparent gemacht werden.

Beispiele könnten sein:
• Green new Deal
Die finanziellen Rücklagen der NGO abc sind zu x% in ethisch, ökologischen Anlagen investiert
• Biologische Vielfalt
Falls die NGO eigene Gebäude mit Garten unterhält, könnten die Pflanzen im Garten und die Tiere, denen sie als Lebensgrundlage dienen, dargestellt werden
• Klimaschutz
Der letzte eingekaufte Drucker/Kopierer war von der Firma abc, weil dieser im Betrieb am wenigsten Energie verbraucht
• Atomausstieg
Strombezug der Organisation transparent machen und begründen.
• Nachhaltige Mobilität
Darstellung von Fahrgemeinschaften zur Verwaltung hin.
• Landnutzung
Darstellung des Bezuges von ökologischen Lebensmitteln durch die Verwaltungsmitarbeiter


Rolf Weber, Lokale Agenda 21 der Stadt Wetter, 14.08.2009

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Die Imagination unbegrenzter Ressourcen als ökonomische Farce herausstellen. Dazu genügt es nicht, den Aufzehr bestehender Ressourcen zu benennen - erst recht nicht in der Abstraktion von Zahlen, sprich Statistik. Denn die Imagination reicht weiter, in einen Glauben an Technik als Überwindung von Ressourcenmangel. Immer noch herrscht die Vorstellung, dass es möglich bleiben wird, neue Resoourcen zu finden, wenn alte versiegen. Das mag sogar gelingen. Nur ein vollständiger und abrupter Stillstand, ein übermäßiger Eingriff scheint wirklich zu helfen. Einen deus ex machina gibt es nur in der Fiktion, aber nicht anders steht es mit dem perpetuum mobile.


Hasan Karaca, forschungszentrum für religion und gesellschaft, 13.08.2009

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EINE NEUE BAHNBRECHENDE MÖGLICHKEIT FÜR NACHHALTIGKEIT

Demokratie heißt, dass die (relative) Mehrheit entscheidet. Die Verlierer bilden die Opposition, d.h. Widerstand, Reibungsverlust, Verhinderung etc.
Folge: Es wird mehr an den Machtverhältnissen als an der Lösung gearbeitet!

In Phasen der massiven weltweiten Veränderung müssen jedoch nachhaltige Entscheidungen zum Wohle der Gesamtheit getroffen werden.

Nur wenn die Gesellschaft lernt konfliktfrei zu entscheiden, kann sie Probleme in Zukunft als Chance nutzen.

Die Methode „Systemisches Konsensieren“ erfüllt genau diese Voraussetzungen. Es schafft die Möglichkeit, Konflikte in Gruppen nahezu selbsttätig aufzulösen bzw. diese schon bei der Entscheidungsfindung zu minimieren.

Systemisches Konsensieren heißt, dass die beste Lösung mit dem geringsten messbaren Gesamtwiderstand erreicht wird. Es gibt keine Verlierer im herkömmlichen Sinne mehr.
Folge: Es wird mehr an der Lösung als an den Machtverhältnissen gearbeitet.

Das ist es, was Wirtschaft und Politik braucht, um die kollektive Intelligenz besser zu nutzen!

“Systemisches Konsensieren“ ist deshalb die Optimierung des demokratischen Mehrheitsprinzips und somit eine bahnbrechende Methode, um in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bessere und schnellere Lösungen zu erzielen. Also ein erfolgsversprechender Wegbereiter für neues, nachhaltiges Bewusstsein.

13.08.2009 Georg Paulus

Georg Paulus, TRAUMFIRMA, 13.08.2009

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Nachhaltigkeit ist ein - wenngleich richtiger, aber dennoch - dehnbarer Begriff.
Die weltumspannende Marktwirtschaft braucht aber klare und eindeutige Regeln! Also:
Der Vebrauch von fossiler Energie muß weltweit besteuert werden, (evtl. der Gerechtigkeit wegen - je nach Wohlstandssituation unterschiedlich) und zwar durch eine weltweite CO²(Kohlendioxid)-Steuer.
Dann werden all die guten Ideen der NAchhaltigkeit spontan wirtschaftlich. Fossile Energie ist einfach immer noch viel zu billig!


Alfons Kuhles, GRENOL, 12.08.2009

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Wenn sich die Erwartungen der Börsenspekulanten an der Realität der zur Verfügung stehenden Ressourcen ceteris paribus orientieren würden, müsste der DAX bei 2500 bis 3000 Punkten stehen. Die globale Spekulation geht von gleichen Lebensverhältnissen weltweit aus: damit sind die Ressourcen 3 bis 4 mal überfordert.

Prof.Dr. Bernd Hallier, EHI Retail Institiute/European Retail Academy, 12.08.2009

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Ungleichverteilung, Armut und Klimawandel sind Entwicklungen, die weltweit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen. Alle drei Entwicklungen sind symptomatisch für das gleichzeitige Auftreten zweier existentieller Krisen: einer sozialen und einer ökologischen. Eine derartige Koinzidenz ist historisch ohne Beispiel. Das wirft die Frage auf, ob beide Krisen möglicherweise dieselbe Ursache haben und ob es für beide eine gemeinsame Lösung gibt.

Um es kurz zu machen: Mit dem Scheitern der Nachkriegsordnung in den 70er Jahren ist es großen wirtschaftlichen Akteuren gelungen, sich mehr und mehr von wirtschaftspolitischen Regelungen zu befreien. Seit den 90er Jahren eskaliert die Entwicklung, die euphemistisch als „Marktliberalisierung“ bezeichnet wird. Das Ergebnis ist ein globaler Verdrängungswettbewerb, dessen absurder Kostendruck Macht- und Kapitalkonzentration, territoriale Spezialisierung, Kapital- und Steuerflucht, grenzüberschreitende Produktionsverlagerungen sowie staatlich geduldetes und gefördertes Dumping hervorruft und soziale wie ökologische Standards weltweit in eine Abwärtsspirale zwingt.

Was ist zu tun? Keine Frage, dass wir unsere Zukunft nicht vom anarchischen Treiben auf „liberalisierten“ globalen Märkten abhängig machen dürfen. Zukunftsfähigkeit können wir nur erlangen, wenn wir unsere politischen und unsere wirtschaftspolitischen Vollmachten zurückgewinnen, und zwar möglichst subsidiär auf allen Ebenen. Bis schließlich die politischen und die wirtschaftlichen Strukturen übereinstimmen und die Menschen ihre Angelegenheiten selbstbestimmt und eigenverantwortlich vor Ort regeln können. Subsidiarität setzt sich bekanntlich nach oben fort, so dass die lokalen und regionalen Kreisläufe ein stabiles Fundament auch für eine zukunftsfähige wirtschaftliche Globalisierung bilden.

Zum Weiterlesen empfehle ich das "Lexikon der sozialökologischen Marktwirtschaft", das im Internet auf knol.google.com entsteht. Dort einfach meinen Namen in die Suchmaske eingeben, dann erscheint eine Liste aller Einträge!


Gerd Zeitler, 11.08.2009

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UFF. konnte soviel Text nur überfliegen! - Mittagspause ist jetzt rum!
Eigentlich werde ich immer sprachloser angesichts solcher Wortgewalt. Die Praxis lässt herzlich grüßen und wünscht sich, daß wenigstens alle ganz viel im Bioladen und beim Biobauer kaufen und zwar nicht nur, wenn gerade mal Zeit ist dafür oder Lust dazu.





Angelika Poullie-Wittwer, Biomarkt Körnerecke, 10.08.2009

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Die angeblichen Sachzwänge der Wirtschaft infrage stellen

Die Nachhaltigkeit kann so lange nicht zum Kompass der Wirtschaftspolitik werden, wie die gemeinsame Ursache der genannten Probleme – die Entfesselung der Märkte – nicht beseitigt ist. Dieser These stimme ich zu. Aber wie soll ein neuer Ordnungsrahmen, wie sollen die Regeln aussehen, die den sozialen und ökologischen Belangen Geltung verschaffen? Wie kann gewährleistet werden, dass der Erfolg des Wirtschaftens auch an den sozialen und ökologischen „Nebenwirkungen“ gemessen wird und diese nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden?
Es genügt nicht, die Banken wieder flott zu machen, damit das alte Spiel weiter gehen kann. Die Appelle an die Konsumenten, mit ihrem Kaufverhalten die Wirtschaft zu steuern, sind gut gemeint, aber werden die beklagten ökologischen und sozialen Probleme nicht annähernd lösen. Das gilt auch für die (berechtigte) Forderung an die öffentliche Hand, ihre Aufträge in erster Linie an sozial und ökologisch verträglich produzierende Unternehmen zu vergeben.

Wer im Umwelt- und Naturschutz aktiv ist kennt die Sprüche, mit denen seit Jahrzehnten begründet wird, warum wichtige Forderungen angeblich nicht erfüllbar seien: Arbeitsplätze und/ oder die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts seien in Gefahr, wenn die Forderungen den Wirtschaftsverbänden nicht ins Konzept passt. Die ökonomische Zweckmäßigkeit war bisher letztlich ausschlaggebend dafür, ob der Nachhaltigkeit eine Chance gegeben wurde. Nachhaltigkeit ist dann zum Etikettenschwindel verkommen, wenn dieser Begriff für selbstverständliche Maßnahmen bzw. Rücksichten verwendet wird: für solche also, die entweder gesetzlich vorgeschrieben sind oder lediglich der besseren Erreichbarkeit wirtschaftlicher Ziele dienen. Wenn die Forderung gestellt wird, Nachhaltigkeit müsse zum „Kompass der Wirtschaftspolitik“ werden, dann ist an mehr gedacht als an diese Augenwischerei. Aber was genau ist gemeint? Die in der These zur Wirtschaftspolitik genannten Forderungen (Regulierung der Finanzmärkte etc.) sind in dieser Allgemeinheit fast von jeder Partei ebenfalls zu hören. Nur im letzten Absatz der „Erläuterung“ steht ein spezieller Wunsch (zur Vergabe öffentlicher Aufträge).

Wie konnte es kommen, dass in den letzten dreißig Jahren die Ideologen der neoliberalen (marktradikalen) Wirtschaftsdogmatik in den Universitäten und in der Politik ihr Unwesen treiben konnten, ohne dass ihr im Interesse der Wirtschaftslobby betriebenes Spiel von uns Mitgliedern der Umwelt- und Naturschutzverbände durchschaut wurde? Erst im Zusammenhang der aktuellen Banken- und Wirtschaftskrise haben die Neoliberalen zugeben müssen, dass die Behauptung von der Fähigkeit der Märkte zur Selbstregulation ein Irrtum war. Aber wir aus der „Umweltecke“ ebenso wie die Kenner der sozialen Verhältnisse wussten schon lange, dass der Markt nicht funktioniert, weil er fundamentale ökologische und soziale Dimensionen des Lebens einfach aus seinem Gesichtskreis ausblendet. Das aber war für die Wirtschaftselite kein Mangel, sondern Methode. Erst als eine Säule des eigenen (eingeschränkten) Weltbildes – das Bankensystem – ins Wanken geriet, wachten sie auf und die Ehrlichsten unter ihnen gestehen heute ein, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind.

Mein Vorschlag: Die Verbände des Umwelt- und Naturschutzes sollten sich für eine Alphabetisierung ihrer Mitglieder einsetzen, was die Kenntnis ökonomischer Zusammenhänge betrifft. Die gültigen Lehrbücher der Ökonomie dürfen getrost in den Papierkorb wandern. Wir müssen lernen, selbst darüber nachzudenken, wie Wirtschaft funktioniert und nach welchen Regeln sie zu lenken ist – nicht mehr nur im Interesse der überall auf der Welt tonangebenden Wirtschaftselite, sondern im Interesse der Bevölkerung, die Wert auf soziale Gerechtigkeit und auf ökologische Vernunft legt.

Erst wenn wir in ökonomischen Sachfragen kompetent mitreden können, sind wir in der Lage, nicht jeden uns von den „Wirtschaftsweisen“ verabreichten Blödsinn zu schlucken. Wir sollten uns nicht länger vormachen lassen, dass der Erfolg der Wirtschaft im Bruttosozialprodukt (BSP) gemessen werden kann. Wir müssen festlegen, was für uns Wohlstand ist und wie er gemessen werden soll. Wir sollten auch nicht mehr den „Experten der Wirtschaft“ glauben, dass die Befolgung der Marktgesetze den allgemeinen Wohlstand hebt und der sich einmischende Staat die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schwächt. Wir sollten auch skeptisch werden, wenn man uns weismachen will, der Freihandel (die ungebremste globale Arbeitsteilung über offene Finanz- und Gütermärkte) führe nicht zur Massenarbeitslosigkeit und Armut in den Industrie- und Entwicklungsländern. Die Globalisierung sei eine Herausforderung, der wir mit mehr Bildungsanstrengungen gewachsen seien.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass über kurz oder lang die meisten Unternehmen, bei denen die Arbeitskosten eine größere Rolle spielen, in Billiglohn- und Niedrigsteuerländer ausweichen werden. Als Folge der globalen Öffnung der Finanz- und Gütermärkte sind wir in den Industrieländern Zeuge einer De-Industrialisierung, die bereits weit fortgeschritten aber noch längst nicht abgeschlossen ist, ohne dass im Dienstleistungssektor auch nur annähernd die verloren gehenden Arbeitsplätze aufgefangen werden könnten. Und wir sind in den Entwicklungsländern – ebenfalls als Folge der wirtschaftlichen Globalisierung - Zeuge einer unglaublichen Umwälzung, die in extremer Weise eine kleine Gruppe begünstigt und die Masse der Bevölkerung in Arbeitslosigkeit und Elend stürzt. Angesichts solcher sozialer Spannungen ist es eine Illusion zu glauben, dass der Verbrauch der natürlichen Ressourcen im Sinne der Nachhaltigkeit weltweit auf ein verträgliches Maß reduziert werden kann. Wir dürfen uns nicht länger mit der Behauptung für dumm verkaufen lassen, es gäbe keine Alternative zur neoliberalen Globalisierung.

Wir müssen darauf bestehen, dass die Wirtschaftswissenschaften sich mit der ihnen bisher als unlösbar erscheinenden Frage ernsthaft auseinandersetzen, wie eine Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren kann und wie eine Verteilung des erwirtschafteten Reichtums (Einkommen und Arbeitszeit) so organisiert werden kann, dass echter – also auch sozial und ökologisch definierter - Wohlstand erreicht werden kann. Wir brauchen eine Wirtschaft, deren Kreisläufe (aus Produktion, Verteilung, Verbrauch der Güter) nicht global auseinander gerissen, sondern regional organisiert sind. Wir wollen keine „Strukturanpassung“ mit dem Ergebnis einer Monostruktur, sondern wir halten Regionen mit vielfältiger Wirtschaftsstruktur für lebensdienlich. Diese Vielfalt ist die Voraussetzung für Vollbeschäftigung. Wir wollen, dass nicht mehr nur die Gesetze des Marktes gelten, die den Staat entmachten und ihm nur noch die Aufgabe zugestehen, dass er die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts ausbaut. Wer unsere Demokratie ernst nimmt, muss auf dem Vorrang der Politik gegenüber dem Markt bestehen. Der Staat muss wieder in die Lage versetzt werden, Gesetzte zu erlassen, mit der die Wirtschaft in die Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl genommen und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung unseres Gemeinwesens so gelenkt wird, dass sie anspruchsvolle soziale und ökologische Standards erfüllt.

Es muss ein Ordnungsrahmen geschaffen werden, der dafür sorgt, dass die Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit gerecht werden, ohne dadurch Wettbewerbsnachteile zu erleiden.
Meine Ausführungen beinhalten keine auf konkrete Situationen bezogenen Forderungen, sondern erheben den sehr allgemeinen aber fundamentalen Anspruch, die Wirtschaft neu zu denken. Der Mythos einer neutralen Wirtschaftswissenschaft ist entlarvt. Wir sind gefordert, uns ökonomisch kompetent in die Politik einzumischen. Wohlstand hängt nicht nur von einer effizienten Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen ab, sondern auch davon, wie die (sozialen) Verteilungsfragen und die (ökologischen) Ressourcenfragen beantwortet werden. Letztere dürfen nicht dem ökonomischen Kalkül untergeordnet und allein dem Staat zugeschoben werden.

Dr. Hans-Joachim Schemel, München


Dr. Hans-Joachim Schemel, Büro für Umweltforschung und Stadtentwicklung, 10.08.2009

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Zynismus? Nein, danke! Vielleicht ist Reichtum eine Sucht. Und der Millionär ihr Opfer. Jedenfalls hatte Schopenhauer offensichtlich schon im 18. Jahrhundert allen Grund, das zu glauben: „Der Reichtum gleicht dem Seewasser – je mehr man
davon trinkt, desto durstiger wird man.“ Auch uns im 21. Jahrhundert tut es vielleicht besser, diese Sicht einzunehmen, als zu verzweifeln, wenn
wir der nächsten Habgier-Attacke eines obendrein miserablen Managers gewahr werden. Der Niederbruch unserer Unternehmenskultur jedenfalls geht
ungebremst weiter. Thomas Middelhoff hinterlässt den KarstadtQuelle-
Konzern als Scherbenhaufen, behauptet jedoch, „dass das Ziel, den
Konzern zu retten und auf eine tragfähige Basis zu stellen, erreicht wurde“. Angesichts solcher Dreistigkeit fehlen einem die Worte. Und angesichts seiner ungeheuerlichen „Sanierungsmaßnahmen“, die Warenhäuser
zu verkaufen und sie zu horrenden Preisen wieder zu mieten, ebenfalls. Wie sind Aufsichtsräte gestrickt, die derlei Entscheidungen durchwinken? Und mit welcher inneren Haltung tun sie es? Bei solchen Fragen
kann man ganz kirre werden. Noch im letzten Geschäftsjahr erhöhte der Aufsichtsrat Middelhoffs Bezüge um 47 Prozent. Vom Sonderbonus in Millionenhöhe ganz zu schweigen. Fassungslos starrt man auf diese Meldungen. Auch wenn wir sie im Wochentakt lesen, an so viel Schamlosigkeit kann man sich nicht gewöhnen. An so viel Misswirtschaft auch nicht: Jede Woche geht mindestens eine Traditionsmarke zu Bruch. Ich weigere mich, angesichts astronomischer Zahlungen an Spitzenversager zur Zynikerin zu werden. Der Preis wäre zu hoch, denn Zyniker sind abgebrüht, resigniert. Mit Zynismus vergiftet man seine Seele. Da denke ich doch lieber noch einmal über die Möglichkeit der Sucht nach und ziehe somit in Erwägung, dass es sich im Falle korrupter Vorstände, die den Hals nicht voll kriegen, irgendwie um Kranke, um Therapiebedürftige handelt. Ist
diese Sicht zu einfach? Mag sein. Auch unsere Redaktion will nicht zynisch werden, nicht nur klagen, wettern und schrille Töne anschlagen. Wir möchten unsere innere Haltung zeigen, indem wir das Augenmerk auf diejenigen Firmen- und Bankenchefs lenken, die nachhaltige Ziele verfolgen, also die Zukunft ihres Unternehmens im Auge haben und nicht nur das schnelle große Geld. Uns tut es in der Seele gut, dass diejenigen Firmen und Banken, die schon immer auf
ethisches Investment setzten oder rechtzeitig deren Bedeutung erkannten, die Gewinner der Finanzkrise sind. Wo statt Gier Verantwortung waltet, statt Gewissenlosigkeit moralische Maßstäbe herrschen, kommt anstelle von Pleite der verdiente Erfolg.

Ilona Jerger, natur + kosmos, 04.08.2009

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DIE PRAKTISCHEN SCHRITTE

Wir brauchen eine Low Carbon Society, ressourceneffizientes Wirtschaften und eine Umorientierung weg von Quantität hin zu Qualität.
Politische Regulierung ist dafür unverzichtbar, da sie notwenige Prozesse beschleunigen und ökologisches Leben und Wirtschaften ermöglichende Infrastrukturen schaffen kann. Zudem: Unternehmen müssen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen; wir brauchen einen neuen Lebensstil.
Viel zu wenig wird über die Schritte gesprochen, die wir jetzt konkret gehen können, um die notwendigen Veränderungen zu erreichen:

1. Wir brauchen Wissen und Orientierung
Wir haben Wissenschaft, Medien, das Internet… und immer mehr Unsicherheiten.
Was Unternehmen / Organisationen tun können:
Was ist die ökologischere, gesellschaftlich verträglichere und ökonomischere Lösung? Wie sind Zielkonflikte lösbar?
-> Good Practices und das Wissen, dass Herausforderungen weiter steigen aber auch die Innovationsangebote wachsen, als Wegweiser nutzen
Was Individuen tun können:
Lohnen sich persönlicher Verzicht und die mühsame Änderung von Routinen? Hat ein Haus-halt, eine Urlaubsreise, eine einzelne Konsumentscheidung Relevanz? „Kleinvieh macht auch Mist“, heißt es so schön. Ja, jede Entscheidung hat Relevanz und ist in den Rahmen von Nachhaltigkeit einzuordnen.
-> Wenn wir wissen: Was sind die „big points“? Und was dagegen „peanuts“, die sich lange nicht zu einem „big point“ summieren? können wir entscheiden

2. Wir brauchen Vorbilder und soziale Bewegungen
Alles Wirtschaften findet in sozialen Bezügen statt, ökologische Veränderungen brauchen gesellschaftlichen Raum, technische Lösungen müssen praktikabel sein, um ökologische Effizienzgewinne zu schaffen. Wir wissen, dass Werte und Orientierungen, Vorbilder und das soziale Umfeld ausschlaggebend dafür sind, ob eine Verhaltensänderung überhaupt in Be-tracht gezogen wird – und attraktiv ist.
Was Unternehmen / Organisationen tun können:
-> Statt Produkten z.B. Ressourcen sparende Dienstleistungen anbieten und in neuen Netzwerken wirtschaften
Was Individuen tun können:
-> Bei bestehenden sozialen Bezügen starten und die bestehende Praxis schrittweise in Sachen Energie- und Ressourceneffizienz umgestalten

3. Wir brauchen gute Gelegenheiten und Infrastrukturen
Verhaltensänderungen werden durch Trägheit und Gewohnheiten erschwert, häufig fehlen jedoch auch die Möglichkeiten zum Verändern.
Was Unternehmen / Organisationen tun können:
-> Den Markt der gesellschaftlich und ökologisch Interessierten erkunden und den „Markt“ derer, die weltweit am „bottom of the pyramid“ wirtschaften – hier werden nachhaltige Produkte und Dienstleistungen dringend gebraucht
Was Individuen tun können:
-> Bedarfe äußern und Blockaden benennen, Netzwerke und Organisationen nutzen, die praktische Handlungsangebote zum Umsteuern im Alltag bieten. Insbesondere die, die sich im Umbruch befinden, z.B. in eine neue biografische Phase eintreten, sind leicht zu motivieren

Notwendig ist anzuerkennen:
-> Dass Mächtige und Arme unterschiedlich viel Einfluss haben. Also sind die Mächti-gen herauszufordern
-> Dass Gesellschaft und Ökologie miteinander verbunden sind
-> Dass wir noch viel mehr praktische Handlungsangebote und –anreize durch klima-freundlichere Infrastrukturen brauchen
-> Dass verantwortliches Wirtschaften beim Bewährten anfängt (und nicht bei der „guten alten Zeit“), das Innovationen eine Basis gibt, um dann große Schritte zu schaffen

Ein klimafreundlicher Lebensstil kann praktisch erprobt und erlebt werden.
Wichtig ist, dass wir noch heute loslegen.

Dr.in Brigitte Biermann, triple innova GmbH, Wuppertal


Dr.in Brigitte Biermann, triple innova, 21.07.2009

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Green New Deal klingt natürlich erst einmal klasse. Ob die Wirtschaftskrise damit allein bewältigt werden kann, ist zwar fraglich. Doch sollte man solchen Schlagworten zumindest die Kraft einer Vision zugestehen, die wir dringend brauchen. Was wir aber ebenso dringend brauchen, ist eine Verknüpfung von Vision und Pragmatismus. Ist die Vision klar, muss man nach einem Weg suchen, der sie am schnellsten, am einfachsten und am kostengünstigsten realisieren lässt. Heute verhindern hierzulande aber ideologische Grabenkämpfe, dass man sich auf den Weg machen kann. Beispiel Energieversorgung: Wir brauchen bei allen Initiativen für alternative Energien ohne Zweifel auch eine Brückentechnologie bis in die Zeit, in der der gesamte Energiebedarf aus regenerativen Quellen gedeckt werden kann. Preisgünstiger Strom aus laufzeitverlängerten Atomkraftwerken oder die CO2-arme Verstromung günstiger heimischer Braunkohle sind die Alternativen. Doch ideologische Scheuklappen versperren uns hier den Weg mindestens ebenso sehr wie wirtschaftliche Interessen und lassen uns im Status quo verharren. Kann ein Land wie China davon lernen?
Was uns fehlt, ist politische Führung, die sich einer Vision wirklich verschreibt. So kann es nicht angehen, dass wichtige Entscheidungen wie das CCS-Gesetz (Carbon Capture and Storage) aus wahlkampftaktischen Gründen vertagt werden. Was wir brauchen, ist redliche Führung und ein gesellschaftlicher Konsens, der von einer dieser Führung sichtbar getragen, gelebt und umgesetzt wird - einer Führung, die für ihre Haltung und ihre Werte eintritt und nicht nur für ihre Macht. Gleichzeitig brauchen wir aber auch ein Demokratiebewusstsein, das politische Entscheidungen akzeptiert und nicht gleich Bürgerinitiativen ins Leben ruft und Verbänderesolutionen formuliert, wenn Partikularinteressen betroffen sind.
Ja, ich bin für den Green New Deal. Und ich bin dafür, dass wir eine Vision mit Strahlkraft für uns selbst und für andere entwickeln und leben. Unsere Wirtschaft wird bis heute getragen von kleinen innovativen Unternehmen, die rasch auf neue Herausforderungen reagieren. Das ist eine enorme Stärke, die nicht genügend gefördert wird. Zwar gilt der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft und wird als solches von Politikern gerne bei Sonntagsreden beschworen. In der Realität sieht es aber anders aus. Subventionen sind für andere da, Kredite auch. Neugründungen werden hierzulande allerdings nicht von überbordender Bürokratie allein gelähmt, sondern auch durch eine latente, oft ideologisch motivierte Technikfeindlichkeit. Kein Wunder, dass junge deutsche Ingenieure ihre Green-Tech-Firmen in den USA aufbauen.
Deshalb wünsche ich mir erstens weniger Ideologie und mehr Wirtschaftsverständnis, zweitens mehr Redlichkeit sowie drittens mehr Zukunftsorientierung bei den gewählten Politikern. Sie müssen erkennen können, was zukunftsfähig ist und dafür kompromisslos eintreten. Ebenso sehr wünsche ich mir aber auch mehr Vernunft bei allen Akteuren - von Unternehmern, Managern, Abgeordneten bis hin zu den Vertretern der Nichtregierungsorganisationen und der Medien. Sie alle sollten wissen, dass sie einen entscheidenden Anteil daran haben, wie wir aus der Krise und in eine bessere Zukunft kommen. Und sie sollten damit im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst umgehen. Nur dann können Appelle an Konsumenten auch glaubwürdig sein und diese für einen neuen und konsequenten Weg motivieren.
Wenn aber weiterhin der Eindruck bestehen bleibt, dass die Entscheidungsträger und Meinungsbildner vor notwendigen Konsequenzen oder auch Kompromissen zurückschrecken, materielle und ideelle Besitzstände mit allen Mitteln verteidigt werden (können), andere aber viel verlieren werden (müssen), kann Wandel nicht gelingen. Gelingt dieser aber nicht, droht uns mehr als eine Krise: Dann steht nicht nur die soziale Marktwirtschaft, sondern auch unser demokratisches System auf dem Spiel.

Sabine Braun, Geschäftsführerin akzente kommunikation und beratung gmbh und Mitglied des Vorstands von future e.V. - verantwortung unternehmen, 20.07.2009


Sabine Braun, akzente kommunikation und beratung gmbh, 20.07.2009

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Dass Nachhaltigkeit zum Kompass der Wirtschaftspolitik werden muss, unterschreiben wir. Wirtschaftliches Wachstum hat Grenzen und wir müssen wieder lernen bescheidener zu sein, vielleicht sogar demütig, auf jeden Fall dankbar.

Lust auf Zukunft? Ja, die haben wir und wir sind bereit, uns dafür einsetzen, uns zu engagieren, zu kämpfen. Keine leeren Worte, kein Abschieben auf die Politik, keine Schuldigen suchen, sondern selbst handeln. Deshalb zähle ich auf die Verbraucher. Eine Art Revolution von unten. Jenseits des Strebens nach Gewinn, spielen für viele Kunden moralische Werte, Ethik und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Wir haben die Nase voll von den Billigprodukten,von
Wegwerfartikeln und Schrott.
Wir, und damit meine ich alle, die sich hier beteiligen, die neuen Konsumenten wollen uns einmischen, mitreden, Kritik üben. Da Web 2.0 öffnet uns die Türen für die emanzipatorischen Prozesse. Hier können wir billigen Massenprodukte anprangern, können Stellung beziehen (wie hier auch) und schonungslos aufdecken.

Arbeitsbedingungen, Umweltstandards und Produktionsabläufe nehmen wir stärker unter die Lupe und wenn die nicht mit unseren Werten übereinstimmen, wechseln wir eben die Produkte. Wir wollen Qualität, regionale Produkte und Firmen, die sich „Ethical Correctness“ verschreiben.

Und: Wir wollen Vertrauen, Respekt und Wertschätzung. Die Vision des neuen Denkens in der Wirtschaft, wird dann Realität, wenn wir uns stärker vernetzen, Forderungen stellen, uns bewegen. Damit werden wir nicht die großen Probleme lösen. Doch jeder, jeder ein Stück dazu beitragen, dass sich nachhaltig etwas verändert. Handschlag auf einen grünen Deal.



Elita Wiegand, Business-Club innovativ.in, 19.07.2009

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„Ökologischer New Deal“ klingt gut, ist aber ein Widerspruch in sich. Wer in den Kategorien „New Deal“ und „Konjunktur“ denkt, will die Wirtschaft wieder auf einen „Wachstumspfad“ bringen, um die „Wirtschaftskrise“ zu überwinden. Um Himmels Willen, nein! Wer sich Nachhaltigkeit im Wirtschaften wünscht, der muss das Wort „Konjunktur“ vergessen. Er darf eben nicht das „wirtschaftliche Wachstum“ suchen, sondern muss das reale Wachstum in der Biosphäre betrachten und beachten.

Unsere Politiker missbrauchen wirtschaftliches Wachstum, um Verteilungsgerechtigkeit der Einkommen herzustellen bzw. beizubehalten. Diese Art der Politik orientiert sich an einem (vermeintlich) nicht mehr endenden Wachstumspfad, ist also mit der Forderung nach Nachhaltigkeit unvereinbar. Stattdessen müssen wir Produktion und Verbrauch in ein Gleichgewicht bringen, ohne dass unsere endlichen Ressourcen verzehrt werden.

Priorität bei der Reorganisation des Staates ist deshalb, sich vom Versorgungsgedanken zu verabschieden und sich allein dem Schutzgedanken zu widmen: Schutz der natürlichen Ressourcen, Schutz der Erde als Lebensgrundlage der Biosphäre. Die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeit läuft nicht im Wirtschaftsministerium, sondern im Bereich der Innenministerien ab, also im Bereich der traditionellen Schutzbehörden, der Polizeibehörden, der Gewerbeaufsichtsämter, der Wasserschutzämter, sowie der Planungsabteilungen im Bereich Bauleitplanung, Bauplanung, Verkehrsplanung, Denkmalschutz und anderer Aufsichtsbehörden. Schutz und Kontrolle ist deren Aufgabe, Schutz der Ressourcen, der Flächen, der Natur.

Die Menschen müssen den ökologischen Kraftakt (unter Wegfall von „Wachstum“ und Konjunkturprogrammen) wirtschaftlich verkraften können. Hier geht es nicht um das ökologische Gleichgewicht, sondern um ein soziales. Der immerwährende Zwang zur Arbeit (Erhalt der Arbeitsplätze) verträgt sich nicht mit der Forderung nach ökologischer Nachhaltigkeit. Was aber erhalten bleiben muss, sind die Einkommen, auch ohne Arbeit - aber natürlich erst recht mit Arbeit! Dafür müssen die staatlichen Einnahmen aus der Einkommensteuer als Basic Income eingesetzt werden, ein unabhängiges Einkommen, dessen Geldfluss sich allein aus diesen Steuereinnahmen erzeugt wird. Ein Gleichgewicht entsteht, indem Mehrleistungen die Steuereinnahmen und damit das Basic Income erhöhen und Minderleistungen (Steuermindereinnahmen) das Basic Income mindern. Der wechselnde Leistungsanreiz erzeugt das Gleichgewicht.

Florian Josef Hoffmann, European Trust Institute (Eu-Trust), 12.07.2009

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Bei den Thesen fehlt mir die Klammer, die den Erhalt des humanen Lebensraumes auf der Erde auf Dauer sichern kann. Ich möchte daher folgenden Paradigmenwechsel anregen:

Seit Beginn der industriellen Wirtschaftsweise werden Verteilungsprobleme durch Wachstum gelöst. Das Resultat ist eine Verschmutzung und Vergiftung unseres Ökosystems durch Abfall jeglicher Art, die den humanen Lebensraum gefährdet. Abfall ist alles, was nicht mehr genutzt wird: die Belastung der Atmosphäre durch Treibhausgase und Aerosole, die Belastung der Ozeane mit Abwässern und Plastikabfällen sowie die Gefährdung des Grundwassers und der Ackerböden durch flüssigen und festen Müll, der nicht rezykliert wird. Auch die erzeugte Wärme ist Abfall.

Wachstum bedeutet bisher einfach eine Zunahme von Produktion und Konsum ohne Rücksicht auf die damit verbundene Zunahme der Umweltbelastungen. Dadurch wachsen Energiebedarf und Rohstoffverbrauch. Bei konventioneller Energie fallen beide Bereiche zusammen, bei erneuerbarer Energie definitionsgemäß nicht. Der Rohstoffverbrauch zur Herstellung industrieller Güter (Verkehrsmittel, Elektronik, Haushaltswaren etc.) wird bis heute kaum durch Rezyklieren ersetzt.

Alles dies entspricht dem bisherigen, alten Paradigma: Wachstum. Nun ist ja spätestens seit dem Club-of-Rome-Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ bekannt, dass auf einer begrenzten Erde ein dauerhaftes generelles Wachstum schlicht nicht möglich ist. Wie es scheint, ist die Menschheit dieser Grenze nahe gekommen. Einerseits gibt es bereits Rohstoffknappheit, andererseits ist die Grenze der Belastbarkeit des Ökosystems erreicht. Die einzig mögliche Schlussfolgerung kann daher nur sein, das alte Paradigma Wachstum zu ersetzen durch ein neues Paradigma: kein Rohstoffverbrauch und somit kein Abfall!

Dieses ziemlich utopisch anmutende Ziel kann sicher nicht in kurzer Zeit erreicht werden, ja es ist aus heutiger Sicht nicht einmal sicher, dass es je vollständig erreicht werden kann. Aber ein solches Paradigma, das gleichsam wie ein „seltsamer Attraktor“ auf alle Vorschläge zur Lösung der gegenwärtigen Problematik wirkt, liefert das entscheidende Kriterium, um bei den Lösungsvorschlägen die Spreu vom Weizen zu trennen.

Bei der Energieversorgung kommt als Quelle nur die Solarenergie in Betracht, deren „Abfall“ vollständig aus Wärme besteht, also einem vermeintlich unschädlichen Abfall. Nach H.P.Dürr besteht jedoch auch hier eine Obergrenze, die wir bereits überschritten haben. Im Bereich der materiellen Stoffkreisläufe ist vollständige Rezyklierbarkeit erforderlich, d.h. Erzeugung von Produkten in gleicher Qualität wie die der aus noch nicht wiederverwerteten Rohstoffen erzeugten Güter. M.Braungart schlägt dafür zwei getrennte Zyklen vor, einen ausschließlich organischen Kreislauf, dessen Produkte vollständig biologisch abbaubar sind, sowie einen ausschließlich aus technischen Stoffen bestehenden Kreislauf, dessen Produkte vollständig rezyklierbar sind.

Letztlich läuft es darauf hinaus, ausschließlich aus der Sonne gewonnene Energie zur Energieversorgung zu verwenden, d.h. also im Wesentlichen elektrische Energie, sowie ausschließlich rezyklierte Rohstoffe, soweit es sich nicht um nachwachsende Rohstoffe handelt. Zusätzlich ist eine Reduzierung des globalen Gesamtenergieverbrauchs auf etwa die Hälfte erforderlich. Offensichtlich bedeutet das eine vollständige Änderung der industriellen Produktion weltweit.

Industrien, die diesem neuen Paradigma entsprechen, sollen und werden wachsen, die anderen sollen und werden dagegen abnehmen und letztlich verschwinden. Insgesamt erzeugt das ein globales Nullwachstum mit abnehmender Umweltbelastung. Verbesserte Effizienz kann die notwendige Energieeinsparung bewirken. Eine volkswirtschaftliche Theorie des Nullwachstums ist nicht vorhanden. Laut S.Gesell wäre hierzu ein Wirtschaftssystem ohne Zins erforderlich, denn der Zins scheint den Wachstumszwang im derzeitigen Wirtschaftssystem zu erzeugen. Der erforderliche Paradigmenwechsel lässt sich also ohne eine gleichzeitige grundlegende Änderung des Wirtschaftssystems wohl nicht erreichen. Die Politik muss entsprechende Rahmenbedingungen setzen, „bei Strafe des Untergangs“, wie es C.F.v.Weizsäcker einmal in einem anderen Zusammenhang formuliert hat.


Theo Kriebel, 11.07.2009

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„Ökologischer New Deal“ klingt gut, ist aber ein Widerspruch in sich, und: wer sich Nachhaltigkeit im Wirtschaften wünscht, der muss das Wort „Konjunktur“ vergessen. Denn wer in den Kategorien „New Deal“ und „Konjunktur“ denkt, will die Wirtschaft wieder auf einen „Wachstumspfad“ bringen, um die „Wirtschaftskrise“ zu überwinden. Um Himmels Willen nein! Wer Nachhaltigkeit will, muss sich von derlei Begrifflichkeit abwenden, muss Konjunkturprogramme á la New Deal vergessen, muss nicht das „wirtschaftliche Wachstum“ suchen, sondern das reale Wachstum in der Biosphäre betrachten und beachten.

Unsere Politiker missbrauchen das wirtschaftliche Wachstum, um Verteilungsgerechtigkeit der Einkommen herzustellen bzw. beizubehalten. Nur wenn (fast) alle beschäftigt sind, fließen die Einkommen überall hin, ist niemand arbeitslos, gibt es neue Chancen der wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Art der Politik orientiert sich an einem (vermeintlich) nicht mehr endenden Wachstumspfad. Eine solche Politik ist mit der Forderung nach Nachhaltigkeit unvereinbar. Stattdessen müssen wir Produktion und Verbrauch in ein Gleichgewicht bringen, ohne dass ein immer mehr und noch mehr erforderlich ist, um alle Menschen zu füttern, um allen Menschen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen und ohne dass unsere endlichen Ressourcen verzehrt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es die erste Aufgabe des Staates, sich vom Versorgungsgedanken zu verabschieden und sich allein dem Schutzgedanken zu widmen: Schutz der natürlichen Ressourcen, Schutz der Erde als Lebensgrundlage der Biosphäre. Die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeit läuft nicht im Wirtschaftsministerium, sondern im Bereich der Innenministerien ab, also im Bereich der traditionellen Schutzbehörden, der Polizeibehörden, der Gewerbeaufsichtsämter, der Wasserschutzämter, sowie der Planungsabteilungen im Bereich Bauleitplanung, Bauplanung, Verkehrsplanung, Denkmalschutz und anderer Aufsichtsbehörden. Schutz und Kontrolle ist deren Aufgabe, Schutz der Ressourcen, der Flächen, der Natur.

Zuletzt offen ist die Frage, wie denn bei so viel Restriktion die Versorgungs-Gerechtigkeit hergestellt werden soll, wenn es kein „Wachstum“ und keine Konjunkturprogramme mehr gibt. Diese Frage ist die Grundfrage der Sozialpolitik. Der immerwährende Zwang zur Arbeit (Erhalt der Arbeitsplätze) verträgt sich jedoch nicht mit der Forderung nach Nachhaltigkeit. Was in Wahrheit erhalten bleiben muss, sind die Einkommen, auch ohne Arbeit, aber auch mit Arbeit. Die Antwort auf die Frage der Gerechtigkeit ist eine Frage der Sozialpolitik, für die Nachhaltigkeit gleichfalls in Form eines Gleichgewichts hergestellt werden muss. Das ist aber dann kein ökologisches Gleichgewicht, sondern ein soziales.


Florian Josef Hoffmann, European Trust Institute (Eu-Trust), 10.07.2009

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Diese Krise stellt nicht wirklich das große und echte Problem dar. Denn Krisen waren immer schon Bestandteil unseres menschlichen Daseins. Und wenn wir uns noch so sehr herausreden wollen - Experten haben bereits vor gut zehn Jahren auf das vor uns liegende Dilemma immer und immer wieder hingewiesen.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns nicht mehr nur Gedanken machen, sondern endlich in Bewegung kommen. Dieser hochkomplexen Welt, verbunden mit völlig neuen Herausforderungen, werden wir nicht mehr allzu lange mit unserem "alten" Denken gegenübertreten können.
Was wir brauchen, sind neue Herangehensweisen an Themen wie Innovation und Umgang mit Wissen wie auch passende Modelle und Strukturen, die endlich auch Neues zulassen. Und Köpfe und Menschen, die wieder als Vorbilder fungieren.

Wir werden dabei auch unweigerlich nicht an dem Punkt vorbeikommen, dass wir uns intensiv und ernsthaft mit unserer Zukunft auseinandersetzen müssen. Das Thema Nachhaltigkeit mit all den zentralen und notwendigen Gangarten muss dabei im Fokus unserer Bemühungen stehen.

Wir brauchen zudem dringend notwendige Alternativen zu den alten und ausgedienten Gangarten, die uns in die Krise geführt haben. Dafür benötigen wir radikale Weichenstellungen für neue gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Modelle für eine neue, faire aber auch spannende Zukunft.

Dieses als erster Impuls. Weitere Anregungen finden sich auch in einer aktuellen Diskussion im Zunftblog:

http://blog.zunftnetz.org/2009/07/09/die-hoffnung-auf-den-silberstreif-am-horizont-ist-absurd-meint-der-spiegel/

Christoph Hinderfeld
Klaus Kofler
Oliver Selaff
http://www.zunftinstitut.org


Christoph Hinderfeld, Die Zunft AG / Zunftinstitut, 09.07.2009

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Schön formuliert, aber hier wird - wie so oft in der ökologischen Bewegung - wieder einmal der soziale Aspekt vollständig ausgeblendet. Dabei sollte spätestens aufgrund der zeitgleichen Klima- und Kapitalismuskrise deutlich geworden sein, dass beides zusammen gedacht werden muss.

Beispiele:

- "Regulierung der Finanzmärkte und ... Neuordnung des Internationalen Währungsfonds" - reicht das? oder war nicht die globale Umverteilung von unten nach oben, die Suche hoher Finanzvermögen nach Anlagemöglichkeiten eine der Ursachen dieser Krise.

- "Preise endlich die ökologische Wahrheit sagen" Polemisch formuliert: Autobahnen für die Reichen? Die Forderung ist ja nicht falsch, aber die Aufgabe ist es, dies sozial einzubinden, damit Leute mit wenig Geld dabei nicht unter die Räder kommen. Dies ist auch meine Antwort auf Herrn Günther: Nur wenn man beides zusammen denkt - ökologisch und sozial gerecht - kann man die Menschen für ein ökologisches Projekt mitnehmen.

Ralf Henrichs, Ökologische Plattform Die Linke. NRW, 08.07.2009

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Liebe Naturschutzverbände, inhaltlich habt Ihr ja Recht – nur, in dieser nüchternen, emotionslosen Faktensprache, in der in jedem Satz die Wörter muss, Einschränkung, Vernunft und Verzicht auftauchen, werdet Ihr niemandem Lust auf Zukunft machen.
Wann fangt Ihr an - vielleicht sogar im eigenen Denken – eine attraktive gemeinsame Zukunft zu entwerfen? Wenn wir (scheinbar) die Wahl haben zwischen einer positiv erlebten persönlichen Gegenwart und düsteren Zukunft, glauben Sie, dass sich dann etwas ändert? Glauben Sie, dass sich dann Menschen mit frohem Herzen zusammensetzen und gemeinsam Zukunft schmieden?
Die Fakten sind inhaltlich bekannt und kaum einer wird Ihnen grundsätzlich widersprechen. Lassen Sie uns während der Veranstaltungen überlegen, wir gemeinsam konstruktive Impulse setzen können, die nicht nur verantwortlich sind, sondern auch den Teilnehmern Freude machen … und das ist mehr eine Frage des WIE als des WAS.

Herzliche Grüße

Roland A. Günther

PS: "Nur wer seine Träume lebt, kann seine Sehnsucht stillen."
(Sergio Bambaren)


Roland A. Günther, Business in Resonanz, 06.07.2009

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Deutscher Naturschutzring Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Bund Naturschutz in Bayern e.V. Deutscher Alpenverein e.V. BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland NABU NRW Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen e.V. FORUM Nachhaltig Wirtschaften Verein zum Schutz der Bergwelt